Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wallis (Canton)

Fürst, Lewelyn (LeSlin), im Kriege gegen König Eduard I. (1282) umgekommenwar, unterwarf sich dieser das Land und gab es 1290 seinem Sohne und Nach-folger Eduard 11, zum Lehen. Er untersagte den Barken die Ausübung ihres bis-,herigen Berufs und nahm ihnen ihre Privileg.en. Mit Owayn Glyndwer, derdurch s. Gesang und s. Arm W. befreien wollte und unterlag, verschwand die letzteSpur der Barden des alten Britanniens. Heinrich Vill. vereinigte W. ganzmit England. Seit Eduards Zeiten fuhrt der älteste Sohn des Königsv. Englandden Titel Prinz v. Wales , wozu er aber erst durch einen offenen Brief des Königsernannt wird, wenn er einige Jahre alt geworden ist; denn bei s. Geburt erhält erden Titel einesHerzogS v.Cornwall. In Wales sind englische Gesetze und Gerichts-verfassung eingeführt. Jährlich 2 Mal werden 4 Advocaten aus England nach Wa-les geschickt, welche mit den Sheriffs jeder Landschaft die Gerichte (^ssireH inden Hauptstädten halten. Das Fürstenihum sendet 24 Abgeordnete zum Parla-ment. Über die Alterthümer von W. s. Peter Robert: „I b« (An>>l>ria„ z,opul,>r-I»tig„itie<i" (Lond. 181l>), und dessen „lUleat.aiiea tlainbi ie.'i". — Prinz-WaleS-Jnsel, s Pulo-Penang. — Auch in Australien hat man einerneuentdeckten Insel den Namen Prinz-Wa leS-Jnsel gegeben.

Wallis (das Walüser Land, franz. lo Vubii.-,), einer ker22Eantoneder helvetischen Eidgenossenschaft, grenzt an die Cant. Waadt, Bern, Uri und Tes-,sin, und an die königl. sardinifchen Staaten. Er hat auf 181 UM. 18,000 E.(28,000Deutsche, 48,600 Franzosen oder Mischlinge, und 5200 Jtal., sämmtk.kathol.). Da? in Ober-und Unterwallis getheilte Land besteht aus 16 kleinen Thä-lern und einem großen Haupithale, das sich von O. gegen W. durch das Land er-streckt, und in der Mitte, vom Anfange bis zu Ende, von der Rhone durchströmtwirk. Die südlichen Seitenthäler sind beträchtlicher als die nördlichen. Diese Thä-ler werden durch die 2 höchsten Gebirgsketten der Schweiz gebildet, welche von denFelsspitzen Deut deMidi undDent te Morcle gegen S. und N. auseinander-, undim O. von Wallis am Gotthard zusammenlaufen. Die südliche Reihe, welche Wal-lis von Italien trennt, hat höhere Gipfel, z. B. den Rosa (s. d.), das Weiß-und Matterhorn; über den Bernhard und Simplon führen 2 Straßen nach Ita-lien. In der nördlichen Reihe, welche Wallis von Bern trennt, liegen tieberühm-testenGipfel tes bernischen Oberlandes, als dasFinsteraarhorn, die Jungfrau, dasSchreckhorn, die Grimsel und der Gemmi mit sehr gangbaren Pässen; am Gott-hard liegt die Furca (s. d.). Klima und Erzeugnisse sind daher sehr verschieden.Die Berge sind fast stets mit Schnee und E>S bedeckt; die Thäler sind dagegen warmund fruchtbar, haben gute Viehzucht und bringen Getreide, edle Obstsorten undWeine von vorzüglicher Güte hervor; doch ist die Viehzucht t ie Hauptbeschäftigungder Einw. Auch nähren sie sich von der starken Durchfuhr, besonders über denSimplon. W. hat gute mineralische Bäder, im Innern des Gebirges Eisen, Ku-pfer, Blei, Gold iind treffliche Steinkohlen, aufweiche aber nicht gebaut wird;dagegen benutzt man den sehr schönen Marmor, den weichen, an der Luft stets här-ter werdenden Tropfstein, den GypS:c. Die Salzwerke zu Bep beuten jährlich un-gefähr 13,000 Cinr. aus. Die Oberwalliser sprechen deutsch ; die Unterwalliserfranzösisch, doch in verdorbenen Mundarten. Allen wirft man Unreinlichkeit undTrägheit vor. Eine unter ihnen gewöhnliche Krankheit sind die Kröpfe, deren Ent-stehung man der schlechten Beschaffenheit desWassers zuschreibt. — Dieursprüng-lichen Einw. wurden von den Römern unter Augustus bezwungen. Späterhin ge-hörte W. zum zweiten burgundischen Reiche, und kam 1032 mit demsilben, unterKaiser Konrad >>., an das deutsche Reich. Eben dieser Kaiser überließ Unterwallisan Savoyen . Oberwallis machte sich in der Folge von dem deutschen Reiche unab-hängig, eroberte 1415 Unterwallis und trat mit dem Canton Bern in einen Bund,der 1529 mit der Eidgenossenschaft auf ewig geschloffen wurde. Das walliser Land