Wanken des Mondes
Wanker
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eintreten, so müssen davon periodische Verschiedenheiten in den aus a. Gründen her:vorgehenden seculoren Veränderungen der Schiefe der Ekliptik und der Lage derÄquinoktialpunkte die Folge sein. Auf diese periodische Veränderung jener bei:den Secularungleichheiten beschränkt sich aber die Erscheinung der Nutation. DerAnalhsis eines d'Alembert („lieolioiobo, 5NI I:> piooe.esioii lies e-gninnxo.e ei >»rI-, »ul.ilinn", Paiis 1749, 4.) und Laplace („Mechanik des Himmels", in derdeutschen Übersi, 2. Dd., Sah 4 fg.) ist es gelungen, alle diese verwickelten Er:' scheinungen aus das (besetz der Schwerkraft (Gravitation) zurückzusühren, und diedafür berechneten und in den ostronom. Tafeln angesetzten Berichtigungen stimmenmit den Beobachtungen vollkommen überein. 1>.de.
Wanken des Mondes. Libration. Fortgesetzte Beobachtungenhaben schon srüber gelehrt, daß der Mond der Erde immer eine und dieselbe Seitezukehrt. Zugleich bemerkt man aber, daß sich diese der Erde zugewendete Halbkugelzu gewissen Zeiten etwas verrücke, indem die den Rändern nahe stehenden Fleckebald verschwinden, bald wieder erscheinen, die dem Mittelpunkte näher gelegenenaber gegen die Ränder zunicken scheinen, Alles jedoch ohne Veränderung ihrer ge:genseiligen Lage. Diesel Vorgang nun wil d das Wanken (lilueitiv) des Mondesgenannt. Die Ursache davon ist der Umstand, daß die während eines Umlaufs umdie Erde erfolgende Umwälzung des Mondes um seine Axc Mit gleichförmiger, derUmlauf um die Erde aber mit uugleichsörmigerGeschwindigkeit geschieht. Hat alsoder Mond seinen Viertelsumlauf vollendet, so hat er indeß nicht auch gerade eineViei telsaxentrehuiig gemacht. Außer diesem Wanken, wodurch die Länge del Mond:stecke verändert wird, und welches deshalb das Wanke» in der Länge heißt, beob:achtet man auch ein Wanken in der Breite. Die Umlaufsaxe des Mondes stehtnämlich auf der Ebene seiner Bahn nicht senkrecht. Sowie daher aus demselbenGrunde die Erde der Sonne bald den Nord: und bald den Südpol zuwendet, somuß hinwiederum der Mond der Erde bald seinen einen und bald seinen andern Polzukehren; also zugleich ein abwechselndes Erhebe» und Senken der Flecken gegen dieEbene der Bahn, und somit zugleich Veränderungen in der Lage gegen die Ebeneder Ekliptik, d. h. in d,r Breite, bew irken. Hierzu tritt noch ein tägliches Schwan:keil, welches daher rührt, daß der Mond nicht aus dem Mittelpunkte der Erde,sondern von ihrer Oberfläche aus beobachtet wird, woraus eine neue Verschieden:heit in der Erscheinung des Umrisses der Mondscheibe entspringe» muß. (S. Lit:trow's „Popul. Astronomie", Wien 1825.) 14. X.
Wanker (Ferdinand Gcminian), 14. der Thccl., grosh. basischer geistli:cher Rath, Pros. der Moral zu Freiburg im Breisgau und destgnirter Erzbisckof.Dieser ausgezeichnete kalh. Theolog der neuern Zeit wurde zu Freiburg am I.Ock.1758 geb. Bei einem schwächlichen und kleinen Körperbau entwickelte sich destorüstiger und kräftiger s. Geist. Anfangs für das väterliche Gewerbe (die Wachs:spinnerei) bestimmt, erhielt er gleichwol, nach s. Neigung, die Erlaubniß zumSludiren; er zeichnete sich aus und wurde in dem unter Joseph II. gestift.Sapicnz:collegium, und später, 1782, als Priester in dfni Seminar aufgenommen, dasdurch vorgenannten Monarchen die wohlthätigste Richtung empfangen hatte. Beis. Rückkehr nach der Vaterstadt begann W. als Vicar zu Feldkiich, einem den Hrn.v. Wcssenberg, die er unterrichtete, zugehörigen Dorfe; daraus wurde er Hofmei-.ster eines jungen Adeligen in Freiburg ; später ernannte ihn die Universität zumPfarrer von Wentelsheim; endlich bezog er als erster Subrecror das Zosephiui:sehe Seminar, 1783. Obgleich s.hr jung für eine so bedeutende Stelle, behaup:tete er dennoch durch angestrengten Eifer in den Wissenschaften lcwol als durch einenäußerst sittlichen Charakter allgemeine Achtung. Zn diesem Berufe schrieb er auchs. „Lehrbuch über die Pastoral", welches er in spätern Zeiten vollständiger auszu:arbeite» gedachte. Ebenso legte er die Grundzüge zu seinem später erschienenenConversalioiiz, Lexikon. Bd. Xll. 5