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Wartburgsfest
hochberühmten Dichter und Zauberer Klingsohr von Ungarland oder Klinsor alsRichter und Entscheidet herbeiholen solle. Er erscheint, und es entsteht zwischenihm und Eschenbach eine Art theolog. Disputation, nach welcher Klingsohr endlichdie Sänger versöhnt. Klingsohr zieht beschenkt von bannen. — Dieses Gedicht istin 2 Bearbeitungen in der Manesse'schen Sammlung und in der jenaischen Hand-schrift der Minnesänger vorhanden, woraus Zeune es 1818 hat abdrucken lassen(aber ganz unkritisch). Über den Dichter sind die Meinungen verschieden. Dornsprach es dem Wolfram, Andre schreiben wenigstens den größten Theil der Stro-phen einem thüring. oder Henneberg. Dichter zu. Das Ganze ist in große Unord-nung gerathen, welche schwer zu heben sein möchte. Dgl. Docen'S „Miscellaneen".
E. T. A. Hoffmann hat den Stoff der alten Dichtung zu einem Märchen benutzt.
F. Dar. te la Motte Fouguä hat den „Sängerkrieg auf der Wartburg " als einDichterspiel dargestellt (Berlin 1828).
Wartburgssest der Jünglinge von Deutschlands Pro-test a n t i sch e n H o ch s ch u l e n, am 18. Oct. 1811. Jene ehrwürdige Burg,mit ihre» Erinnerungen an das lebendige Wort der Kraft, welches hier durch dieglorreichste Begebenheit der neuern Menschengeschichte aus den Tiefen der Wahr-heit und des Glaubens hervorgerufen wurde, erhielt in der neuesten Zeit eine folgen-reiche Berühmtheit durch das Fest, mit welchem eine Schar deutscher Jünglinge ei-nen doppelten Sieg der Wabrbeit und des Rechts über die Macht der Unterdrückung,zur eignen Erhebung für das Edle und Große feiern wollte: den Sieg der Geister,im Reiche der Überzeugung vor 3 Jahrh. durch Luther errungen; den Sieg der Völ-ker in dem Gesammtleben dcs Bürgerthums, durch die Eintracht des Muthes undder Vaterlandsliebe der Fürsten und Völker auf den Feldern von Leipzig erkämpft.Dieses Fest der edelsten Begeisterung, das der (1828 verst.) Großherzog v. Wach-sen-.Weimar ganz in seinem reinen Sinne sich dachte und genehmigte, hat durch zu-fällige und bedenkliche Äußerungen des kecken Sinnes einer lebensfrohen Jugendganz andre Folgen gehabt, als die Unternehmer desselben sich dachten. Da Einigevon den strengern Beurtheilet» vom Scheine getäuscht, A. aus Unfäbigkeit, dasjugendliche Gefühl psychologisch zu würdigen, noch A. endlich aus gekränklerEigen-liebe, oder aus Furcht vor jeder kräftigen Lebensregung, oder aus Haß gegen allesFreisinnige überhaupt, das ganze Fest als demagogisch angeklagt haben, so verdientes hier eine genauere Darstellung. Um an dem Jahrestage des 18. Let. 1813 zu-gleich das 3.Säcularfest der Reformation, d. 5I.L)et. 1811, als eine Doppelfeierder beiden größten Ereignisse in der Geschichte des deutschen Vaterlandes auf derWartburg zu begehen, erließ die Burschenschaft zu Jena eine Einladung an die Stu-direnten auf den protest. Hochschule» Deutschlands, nach Eisenach zu der gemein-schaftlichen Feier jenes Feste» Abgeordnete zu schicken. Der Großherzog gab die Er-laubniß, und verfügte, daß die Studirenden von den Bürgern Eisenachs unentgelt-lich aufgenommen würden. Auch ward das zu den Octoberfeuern nöthige Holz un-entgeltlich geliefert, und zur Erleuchtung derWartburg eine Lmmme bewilligt. Alsnun der Tag des Festes nahte, zogen von allen Seiten her die studirenden Jünglinge,500 an der Zahl, mit Gesang in Eisenach ein. Hier versprach Jeder, sich aller Hän-del zu enthalten, und deni durch die Stimmenmebrheit ernannten AuSschuffe, derdas Fest ordnete, in Beziehung darauf Folge zu leisten. Es hatten sich namentlicheingezeichnet und zu den Kosten des Festes beigetragen, 4K8 von 12 llniversttäten,darunter über 200 von Jena, 10—80 von Göttingen, 30 von Berlin , die übrigenvon Erlangen, Gießen, Heidelberg, Kiel, Leipzig, Marburg, Rostock, Tübingen und2 von der kath. Universität Würzburg , unter denen die Mehrzahl an dem Befreiungs-kriege thätig Theil genommen halte. Außerdem erschienen Einige von Halle, Einigevon Genf , und mehre ehemal. akademische Bürger aus freier Theilnahme: keineraber von Greifswald, Königsberg und Breülau. Am 18. Oet. früh um 6 Uhr riefdas Geläute aller Glocken sämmtl. Studenten auf den Markt, von wo sie auf die