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Wartburgsfest
eher ward mit Recht gerügt. Die Handlung hatte etwas Öffentliches, obwol siedurchaus nicht in dein Plane des kanten lag; darum war sie polizeiwidrig, undgerade an diesem Tage kochst mUkhwillig, sowie an sich, moralisch genommen,sekr anmaßend und unbescheiden. Dies wirft aber keinen Schatten auf das Festselbst, dessen Bedeutung edel, und dessen Ausführung würdig war. Denn wieeinst die Griechen die grollen Tage ikreS Vaterlandes feierten, so durften wol auchDeutschlands Jünglinge dieweir größer» Tage unsererZeitfestlick begehen. Wennübrigens der damals besprochene Entwurf, dem llnfuge der Landsmannschaftenund Drden, sowie dem Unwesen der Duelle, ein Ende ;u machen, und die studi-renden Jünglinge zu Einein Streben nach sittlicher lind wissenschaftlicher Ausbil-dung zu verbinden, zu Stande gekommen wäre, so würde das WariburgSfestdurch den eignen Geist der Studirenden (der sich nur mittelst der sogen, akademischenFreiheit ausbilden kann) Etwas erreicht haben, das bisher keiner akademischenoder StaatSgesetzgcbung zu bewirken möglich gewesen war. In jener Absicht ver-sammelten sich die noch anwesenden Studirenden den Ist. früh auf der Wartburg ,wo man eine Rede von Fries vertheilte; auch spräche?! Mestre für die Aufk, bungaller Landsmannschaften und für eine allgemeine Vereinigung, vorzüglich Carovüvon der Hochschule zu Heidelberg , dessen Rede in F. I. Fromniann's ,,Beschrei-bung des Bu, schensestes auf der Wartburg" (Jena 1818) abgedruckt ist. Diesmachte solchen Eindruck, daß die eifrigsten Anhänger der Landsmannschaften zu je-ner Verbrüderung die Hand boten, und durch fast allgemeine Tkeilnabme an demMahle des Herrn, noch an demselben Tage in der Kirche zu Eisenach , ikre gegen-seitige Aussöhnung besiegelten, worauf Liste Essenach Verliesen. Die falschenNachrichten, welche öffentliche Blätter über das Fest verbreiteten, und eine an dieRegierung in Weimar eingereichte Denunciation der WarkburgSveriammlurg,welche das Verbrennen der Schriften als einen Frevel darstellte, veranlaßten ge-richtliche Untersuchungen. Noch mekr reizte eine Erklärung des Hofraths Friesim „Oppositiousblakt" vom LI.Dct.. welche, jene falschen Gerüchte widerlegend,der Verbrennung der übrigen Schriften billigend gedachte, sowie die Maßnian»'-sche (»ach schiefen Ansichten abgefaßte) „Beschreibung des Burschenfest,S aus derWartburg", und Oken'S „flsis", Bl. 195: „Der Studentenfrieden aufder Wart-burg ", den Zorn der beleidigten Schriftsteller. Das letztere Blakt ward, wegender Sinnbilder liebenden Namen der verbrannten Gegenstände, unterdrückt, undder Derf. selbst in Untersuchung gezogen. Auch Hofrakk Fries kam in Criminal-unrersuchung, da sich aber ergab, ,staß der Verdacht einer Tkeilnabme desselbenan einer durch das Verbrennen der Schriften einiger Autoren verübten Majestäts-beleidigung verschwinde", so erkannte die Regierung den Lst.Dec. 1811, ,,dasei,leCriminaluntersuchung gegen ihn nickt stattfinde". Endlich kam die Angelegenheitauch in der Eonferen; des preus. StaatskanzlerS, Fürsten v. Hardenbera, unddes östr. Gesandten am berliner Hose, Grafen v. Aicbv, mit dem Großherzog inWeimar am 14. Tec. zur Spräche; doch der Bsick dieser Staatsmänner unter-schied sogleich das Wesentliche des Wartburgsfestes von dem Unwesentliche», wasgegen die Anordnung desselben zu Mißdeutungen des Ganze» und zu BeschwerdenEinzelner gegen Einzelne Anlaß gegeben. Der Bericht des grösster;, gpttaatsmini-stersFreist, v. Fritsch an den G, oßherzog über das Fest der Wartburg („Allgeni.Zeit.", 1817, Nr. 355) rechtfertigte ebenfalls die Studirenden in Jena . Dasselbebezeugte der großherz. StaatSm. Gr. v. Edling in s. Rundschreiben vom 19. Dec.an sämmtliche großh. Residenten bei den verschiedenen Höfen („Allgem. Zeit.",1818, Nr. 15), in welchem u. A. auch die Überzeugung des k. östr. Gesandtenangeführt ist, „daß die Sache nicht so sei, wie man sie dargestellt habe". (Vgl.I). Kiese,'s Schrift: „Das Warkburgsfest am 18. Dekoder 1817", Jena 1818,146S.) Als aber dessen ungeachtet einige Schriftsteller in der jugendlichen Degei-steilung nur revolurionnaire Schwärmerei, und in der allgemeinen Burschenschaft