Warte
Wartenburg (Treffen bei)
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eine Verschwörung zur Republikanisirung Deutschlands erblickten (z. B.S. Ascher,„Die Wartburgsfeier, mit Hinsicht auf Deutschlands religiöse und politische St»n>-mung , Berlin 1818), so ward durch diese Beschuldigungen und andrevon ihnenherbeigeführte Umstände eine solche Erbitterung erregt, daß einzelne Jünglinge dieBesonnenheit verloren, hier Rohheik, dort Anmaßung zeigten, und Unordnungen be-gingen, welche den Gegnern (vgl. S tourdza) zu e. allgemeinen Anklage sämmt-licher Hochschulen und ihrer Lehrer den Verwand liehen. Endlich glaubte ein schwär-merischer, von s. Zeit überhaupt zur fixen Idee des Märtyrertbums hingetriebenerJüngling (s. Sand) sich durch ein Verbrechen dem Tode für das Vaterland weihenzu müssen ; nun klagte man den Geist aller Hochschule» dessen an, was der unse-lige Wahnsinn jenes Unglücklichen verübt hatte; der Bundestag stellte alle deutscheHochschulen unter besondere polizeiliche Aufsicht, und jede ähnliche Versammlung,sowie die Theilnahme an der Burschenschaft , ward als strafbar untersagt. 1v.
Warte, ein erhabener Ort, von welchem man eine freie Aussicht hat, umsich umzusehen und zu beobachten, was in der Gegend vorgeht; in den Ritter-und Fehdezeiien nannte nian so die Wachtkhürme, von welchen man die Gegendübersehen, und die Annäherung eines Feindes, oder auch Reisender, die nianplündern wollte, entdecken konnte. Auf einem solchen Thurme, der auch Schau-thurm, Hochwacht genannt wurde, Wache zu halten, war das eigentliche Ge-schäft des Burgwarts, der davon seinen Namen hatte. Jetzt ist dieses Wort nurnoch in der Benennung Sternwarte (Observatorium) gebräuchlich.
W a r t e g e l d, eine Art Pension, welche man Denjenigen gibt, die zumStaatsdienste bestimmt und für fähig oder berechtigt dazu anerkannt sind, derenEintritt in die wirkliche Dienstlhätigkeir aber durch äufere Umstände aufgehalten wird.Die gewöhnlichsten Falle sind Auflösung e. Staatsbehörde, «inesArmeecorps, Ab-tretung einer Provinz, wobei manDemjenigen, welchen man für den Staatsdienstdisponibel erhalten will, bis zur Wiederanstellung e. IntcrimSgehalt bewilligt 37.
Wartenburg (Treffen bei), am 3. Oct. 1813. Der Fcldiiiar-schall Blücher, entschlossen, durch die Versetzung seines Heeres aufdos linke Elbuscrdem Krieg eine entscheidende Wendung zu geben, brach am 26. Sepr. aus dem La-ger beiBautzen aufundmarschirke mitPontonsbiszum 3. Oct. überKamenz, El-sterwerda, Herzberg, Jessen nach Elster: eine Bewegung, deren Ausführung fürimmer in derKriegsgefchichteEpoche machen wird. Der großen franz. Armee bliebdieser Marsch verborgen, doch traf am 2. Oct. das 4. franz. Corps und ein Theildes 7. unter General Dertrand bei Wartenburg ein, um diesen Übergangspunkt zudecken, der als solcher bereits durch kleine Abtheilungen der Nordarmee gefährdetworden war. Zenes Corps vertrieb die wenigen auf das linke Elbufer übergegan-genen Truppen der Nordarmee, und besetzte die Dörfer Globig, Bloddin, Warten-burg — letzteres als Mittelpunkt —, sowie die daran liegende durchschnittene bu-schige Gegend; die Fronte war nur auf wenigen durch Datierten gedeckten Däm-men zugänglich, von einem todten Arme der Elbe geschützt. Die Preußen schlugen2 Schiffbrücken. Pork ging zuerst über; ihm folgten Langeron und Sacken. DasCorps des Generallieut. v. Pork — der von diesem Tage den Ehrennamen GrafPork v. Wartenburg führt —begann den Angriff auf die unüberwindlich scheinendeStellung des Feindes am Morgen des 3. Oct. Zuerst suchte eine Brigade in derFronte von Wartenburg Terrain zu gewinnen, eine andre unter dem Prinzen Karlv. Mecklenburg strebte, Bloddin zu nehmen und so den Feind rechts zu umgehen.Während jene vorwärts Wartenburg ein blutiges, aber unentschiedenes Gefecht be-stand, eroberte diese nicht ohne Verlust Bloddin, schwenkte rechts und drang nachGlobig. Jetzt rückten die 3 übrigen Brigade» des Corps — die des Gen.-Maj. v.Horn an der Spitze — gerade auf die feindliche Stellung an. Der Zugang nachWartenburg war nur auf einen» schmalen Damme möalich, die Tiuppen liefen
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