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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wasser

durch seine Versuche darauf geführt wurde. Sie wurde durch die franz. Ehemikcr,besonders Lavoisier, Bucguet, Fourcroy , Dauguelm bestätigt. Man fand, daßreinegWasscr ausWasserstoffgaS und Sauersioffgas besteht, und zwar. wie neueregenaue Versuche ergaben, von jenem 11,Ob, und von diesem 88,94 Gewichttheileenthält. Es wurde nämlich SauerstoffgaS und Wasserstoffgas in Apparaten ver-brannt, wo man das Gewicht der Gasarten vor dem Verbrennen mit demGewichtedes dadurch erhaltenen Wassers und des übriggebliebenen Gases genau bestimmenkonnte, und fand jedesmal, daß das erhaltene Wasser so viel als die verschwun-denen Gase wog. Neuere Naturforscher sind durch die elektrischen Erscheinungenveranlaßt worden, wieder zu der ältesten Ansicht, daß das Wasser ein Element sei,zurückzukehren, indem sie das indifferente Wasser sich durch die beiden Elektrici-tät en (s. d.) in jene beiden, einander polarisch entgegensetzten Stoffe umwan-deln lassen. Das reinste Wasser ist dasjenige, das der in hohen Gegenden aufge-fangene Regen oder Schnee liefert, und worin sich keine Spuren fremder Stoffeentdecken lassen. Da dies jedoch selten der Fall ist, so verschafft man sich reinesWasser durch Destillation. Es ist in den. Zustande seiner Reinheit eine farblose,vollkommen durchsichtige, geruch- und geschmacklose Flüssigkeit. Bei der Mittel-temperatur unserer Atinosphäre bleibt dasWasser stets flüssig, vermindert sich aberdie Wärme bis unter 0 des Thermometers (oder 32° Fahrenheit), so gefriert es.Zu verschlossenen Gefäßen, oder wenn man die-Oberfläche mit Öl bedeckt, kannes noch einige Grade unter 0 flüssig bleiben, so lange keine Bewegung stattfindet.Wenn das Wasser erstarrt, nimmt es, wie die meinen übrigen Körper, Krystall-gestaltn». (S.EiS.) Diese Krystalle zeigen mancherlei Gestalten, dietheilsvonder Heftigkeit der Kälte und der Schnelligkeit ihrer Bildung, theils von den ver-schiedenen Graden der Ruhe beim Frieren und ähnlichen Uniständen abhängen.Die spießige» Krystalle zeigen sich unter einem Winkel von 60 — 120 Graden,lind bilden so die Dendriten an den Fenstern, oder die Ozackige Gestalt des Schnees.Wasser, das andere Stoffe, z. B. Sauren, Salzen, dgl., enthält, gefriert in derRegel langsamer, und zwar nach Verhältniß der Menge dieser Beimischungen.'Wenn ein Theil einer solchen Auflösung erstarrt, so gefriert gewöhnlich fast nurdas Wasser, und die rückständige Auflösung ist dann um so viel mehr concentrirt.Wenn das Eis anschaut, erhalten sich die regelmäßigen Krystalle nebst den zuerstgebildeten Nadel» länger als das übrige, weniger regelmäßigAngeschossene. DieDichtigkeit des Wassers ist nicht beim Nullpunkt des Thermometers am größten,sondern erst bei 3^° Rßaumur über diesem Punkte. Von diesem P unkte an dehntes sich beständig aus, sowol beim Abkühlen als bei der Erwärmung. Diele Aus-nahme von den für die Einwirkung des WärmestoffS auf flüssige Körper bestehen-den Regeln ist von großer Wichtigkeit; denn wenn sie nicht stattfände, so würdeein großer Tkeil der kältern Erdstriche ganz unbewohnt bleiben. Das Wasser würdenämlich im Winter ziemlich bald, selbst in den größten Seen, bis zum Nullpunktund darunter abgekühlt wei den, und seiner ganzen Masse nach auf einmal erstar-ren. So aber sinkt da? Wasser, sobald es bis zu 3^" abgekühlt ist, in den Seenzu Boden, und wenn endlich die ganze See diese Temperatur angenommen hat,so kann nur die Oberfläche derselben noch unter diesen Grad abgekühlt werden, weilnun das kältere Wasser leichter als das warme ist, und weil dasWasser, wie alletropfbare Flüssigkeiten, den Wärmestoff sehr langsam leitet. Der Grund der-r^eenbehält die angegebene Temperatur von 3^", und das Wasser, das aus ihnen aus-fließt, ist stets 3 — 4 Grade über dem Eispunkt erwärmt; es behält diese Tem-peratur auch auf dem Boden der Flüsse, daher selbst in den kältesten WinternStröme und Bäche selten bis auf den Boden gefrieren. Wird das Wasser von 3l"an erwärmt, so dehnt es sich allmälig aus, bis es unter 80° zu sieden anfängt.Einige Augenblicke vor dem Sieden hörr man zuweilen einen tönenden Laut, der