Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weber (Karl Maria v.)

dem Sujet des „Waldmädchens" von Hiemcr neu bearbeitet (späterhin im Clavier-ai ^,uge bei Schlesiiiger in Berlin herausgeg.), arbeitete seine Cantate: „Der ersteTon", nebst einigen Ouvertüren und Svmphonien um, und schrieb viele Clavier-fachen. 1810 trat er abermals eine Kunstreise an. In Frankreich, München ,Berlin rc. wurden seine Opern gegeben und seine Concerte besucht. Im Vereinmit 2 talentvollen Jünglingen, Mcyerbeer und Gänsbacher, genoß er, selbst ge-rechter und zur Prüfung fähiger, nochmals Vogler's tiefe Erfahrungen und schriebseine Oper „Abu-Hastan" (Darmst. 1810). Von 1813— 16 leitete er als Mu-sikdirector die Oper in Prag , die er ganz neu organistrte, und hier comporurte eraucb die große Cantate: „Kampfund -Lieg" (ClavierauSiug, Berlin bei Schlesln-qer), welche durch Größe und Fülle der Ideen, wie durch glämende Bearbeitungmiponirt, aber noch keinen bestimmten Stpl zeigt. Nur seiner Kunst lebend, legteer diese Stelle nieder, als sein Zweck für dort erreicht war. Darauf zog er aber-mals frei in die Welt. 1816 hielt er sich längere Zeit in Berlin in dem Hauseeines kunstsinnigen Freundes auf und schrieb daselbst 3 seiner schönsten Piano-fortesonaten. Diele und schöne Erbietungen kamen ihm bald von allen Seitenentgegen. Der Ruf zur Bildung einer deutschen Oper in Dresden konnte ihnallein aufs Neue festhalten, und diesem Geschäfte widmete er seit 1817 seineganze Thätigkeit mit allgemeiner Anerkennung. Hier schrieb er, außer mehrenInstrumentalstücken, verschiedenen Gelegenhcitseantaten, z. B. der Cantate zumRegierungsjubiläum des Königs von Sachsen , der Iubelouverture, mehren Der-mählungscantaten. die gediegene zum Namenstage des Königs componirte Messenebst Offertorium (1818), der seitdem eine zweite gefolgt ist, und seine nach Kind'STert gearbeitete Oper: „Der Freischütz", welche zuerst 1821 in Berlin ausgeführtwurde und seitdem durch die ganze civilistrte Welt geklungen ist. Daneben arbeiteteer die originelle Musik zur „Preciosa", welche mit diesem Schauspiel schon 1820 aufdie berliner Bübne kam. Der unerhörte Erfolg des „Freischütz ", welcher durch seinevolksmäftigen Melodien eincStheilS, sowie anderntheils durch das imponirende Zau-berwerk des Kugelgießens in der WolsSschlucht zu erklären ist, verschaffte ihm denAntrag, eine neue Oper für Wien zu componiren, wozu Frau von Chezv ihm nacheiner altfranzösischen Erzählung die „Eurvanthe" gedichtet hat. Von 1822 biszum Herbst 1823 hat ihn dieses Werk vornehmlich beschäftigt, und im Sept. d. I.reiste er nach Wien , um eS dort selbst aufzuführen, was ani 25. Oct. 1823 zumersten Mal geschah. Er erwarb sich großen Beifall. Der Verfasser dieser Skizzebat ein ausführliches Urtheil über diese großartige Musik in Pbilippi'S „Mer-kur" (St. 71 — 73, 1825) und in der „Berlmer musik . Zeitung" (St. 2 fg.,1826) ausgesprochen. 1824 erhielt W. von London aus den Auftrag, „Oberon"für das Coventgardentheater zu schreiben, und den 1. Acr dazu. Als Vorarbeitbeschäftigte er sich ernstlich mit der engt. Sprache. Aber seine angestrengten Be-rufsarbeiten, tumal da er zugleich die Arbeit seines kränklichen und oft nach Italien reifmden Collegen Morlacchi übernehmen mußte, griffen in Verbindung mit sei-nen Studien seine Gesundheit an. Er reiste im Sommer 1825 nach EmS; zuEnde 1825 brachte er seine „Eurpanthe" in Berlin auf die Bühne. Sein Hals-und Brustübel verschlimmerte sich 1826. Angestrengt setzte er seine Compositiondes „Oberon" fort, entriß sich den Armen seiner besorgte» Freunde, ging im Febr.nach London , wo er seinen herrlichen „Oberon" vollendete, aufführte, und amTage, wo der „Freischütz" zu seinem Vortheil gegeben werden sollte (d. 5. Juni),sein tonreicheS Leben aushauchte. Man begrub ihn als Katholiken feierlich in derMoorficldscapelle.— Er hat in der musikalisch-dramatischen Composition Epochegemacht, vieles Neue geschaffen, die Instrumente mit einziger, tiefer Wirkungangewendet, den Volksgesang veredelt und dem Singspiel ein neues Leben einge-haucht. Die Geistergefünge seines „Ober on" gehören zu den idealsten Charakters