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Weisheit Weissagungen
l.Bd.; 2) „Svsiem der Illuminaten"; 3) „Schilderung der Illuminaten ";4)„PvtbagoraS, oder Betracht, über die geheime Regierungskunst"; 5) „Materia-lien zur Beförk. der Welt- und Menschenkunde", Zcitsihr. in 2 Hftm, 180A
"Weisheit ist das in einer guten Gesinnung und thätigen 'Äußerung dersel-ben wirksame Wissen des Wahren. Sie geht also vom Wissen aus, isi auf festeÜberzeugung des Wahren, und zwar des unbedingt Wahren, gegründet, bleibt aberdabei nicht stehen, sondern wird praktisch. Je ausgebildeter das Wissen und dieGesinnung ist, desto hoher und würdiger ist die Weisheit. In ihr sehen wir dasResultat des ganten Lebens; darum unterscheidet sie sich auch von der Wissenschast-lichkeit und Geiehssanikeit, welche oft ohne dieselbe ist.
Weissagungen, oder Prophezeiungen, sind bestimmte und deutlicheVorherverkündlgungen zukünftiger Begebenheiten, welche im voraus von keinemMenschen durch Schlüsse erkannt oder durch absichtliche Anordnungen veranstaltetwerden konnten, und sich doch wirklich so zutrugen, daß der Erfolg mit der Vor-herverkündigung w allen weiemlichen Stücken genau übereinstimmte. Es leuchtetein, daß dieser Begriff echter Weissagung die läthselhafte, doppelsinnige Spracheder alten Orakel ebensewol als das auf tiefere Erkenntniß, Forschung und Um-sicht gegründete und daher keineswegs übernatürliche Vorhersehen der Weisen aus-schließt, und nicht nur bei Dorhersagungen, die man nach der Begebeicheit erdich-tet, wie diejenigen, welche Homer der Kassantra und Virgil dem Äneas in denMund legt, sondern auch da, wo der Erfolg von der Vorhersagung abweicht, keineAnwendung finden kann. Hiernach ist zu beurtheilen, ob die Prophezeiungen, vondenen die Geschichte der Religionen und politischen Veränderungen im Allgemeinen,wie das Wirken einzelner Leher, Sektenstister und Abenteurer, und die Überliefe-rung in gewissen Familien so viele Beispiele ausweist, mit den dadurch angekündig-ten Erfolgen in dem Verhältniß eines bloß zufälligen Zusammentreffens einzelnerMerkmale und Umstände, oder einer nothwendigen, auf untrügliche Offenbarun-gen gegründeten Übereinstimmung standen. Denn da der menschliche Geist auseigner giraft zukünftige Dinge nur vermuthen und bis zu einem gewissen Grade derWahrscheinlichkeit errathen, aber keineswegs vollkommen sicher unk unbedingt vor-ausvestiw.men oder wissen kann, so muß der Inhalt echter Weissagungen Denen,die sie aussprechen, von Gott, dem allcm'Allwissenden, auf außerordentliche Meiseeingegeben worden sein. Propheten und Seher aller Art haben auch diesen göttli-chen Ursprung ihrer Vorherrerkündigungen behauptet, und um so mehr Glaubengefunden, je weniger ihre Zeitgenossen über den in der Wcltordnung bestehendenursächlichen Zusammenhang und über die Grenzen des menschlichen Wissens aufge-klärt waren. Die vorchristliche Welt war, wie noch jetzt die einer philosophischenBildung ermangelnden Völker, gewohnt, jede über dos Gemeine hinausgehendeErkenntniß und Wissenschaft als eine übernatürliche Gabe der Götter zu betrachten,und in wichtigen Fällen göttliche Eingebungen zu erwarten. Daher erklärt sich dasgroße 'Ansehen jener an bestimmte Orte und Stände gebundenen Orakel (s. d.)in dem Religionswesen der alten Völker, die, wenn auch meist zufällig entstanden,doch mit unverkennbarer Absichtlichkeit geleitet und zu politischen Zwecken gebrauchtwurden. Unter den Hebräern trieben Orakel in diesem Sinne, wie das der Tod-tenbeschwörerin zu Endor, ihr Wesen im Dunkeln und ohne öffentliche Anerken-nung, welche nur den u. d. N. der Propheten (s. d.) bekannten, gottbegeister-ken Lehrern und Sehern zu Theil ward. Daß sie nicht nur die Zeiten der Herr-schaft des Christenthums in allgemeinen Merkmalen, sondern auch besondere Um-stände des Lebens und der Schicksale Jesu vermöge göttlicher Offenbarungen ge-weissagt haben, wird wegen der unverkennbaren Übereinstimmung der im neuenTestamente erzählten Thatsachen mit ihren Prophezeiungen, und weil Jesus sichausdrücklich auf diese bezogen hat, von den Christen geglaubt. Die wenigen Weis-