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tigen Regierung theils ausgeführten, theils entwöhnen Verschönerungen in Ab;ficht auf Ausdehnung, Zusammenhang, Bequemlichkeit, Epoche in der GeschichtederStadt, besonders wenn das Pflastern der Vorstädte, womit schon hierund dader Anfang gemacht ist, noch ferner mit Nachdruck betrieben wird. Die kaiserl.Burg wirkt mehr durch Umfang und Alterthum aufs Auge als durch Schönheitund Übereinstimmung. Unter den 14 Hauptkirchen ist die Stephanskirche dieälteste, größte und prächtigste. Die Grabmäler und Monumente vieler Fürsten ,Helden und Bischöfe, interessante Gemälde und 38 Altäre schmücken ihr Inneres.Ihr Thurm, einer der höchsten in Europa , gewährt einen großen Überblick der Um;gegend. Es führe» bis zu seiner Haube 400 Stufen hinauf, von wo dann nocheinige Leitern auf die höchste Spitze bringen. («. Ziska, „Beschreibung der Ske;phanskirche und ihrer Merkwürdigkeiten",) Die Augustinerkirche genießt seit 1630durch den Kaiser Ferdinand I I. den Vorzug einer Hofkirche; sie bewahrt als solchein einer Nebencapelle die Herzen der verst. Glieder der regierenden Familie; auchenthält sie merkwürdige Grabmäler, unter denen das Mausoleum, welches der verst.Herzog 'Albert von Sachsen-Teschen seiner Gemahlin von der Hand des berühmtenCanova 1805 setzen ließ, einen ausgezeichneten Kunstwerth behauptet, auch dannnoch, wenn man verschiedene Einwürfe derKritik gelten läßt. Die Kirche Maria-Stiegen, kürzlich für den neuerstandenc» Redemptoristenorden wiederhergestellt,ist eine der ältesten und bietet von ihrem Thurme eine überraschende Aussicht dar.Durch die k. k. Todtengruft ist die Capueinerkirche zur heil. Maria historisch bedeu-tend. Seit Matthias ruhen hier alle Glieder der kaiserlichen Familie, und darummeinte Joseph II. , als er einigen Adelstölzen ihre anspruchsvolle Zurückgezogenheitbegreiflich machen wollte, einzig in dieser Gruft müsse er leben, falls er, wie sie,nur mit seines Gleichen umgehen wollte. Die Griechen und Protestanten haben6 Capellen und Berhäuser. In den vielen Vorstädten gibt es 11 Thore. Diewachsende Ausdehnung der Stadt erhellt aus dem Umstände, daß die Zahl der Häu-ser 1486 in den Vorstädten zusammengenommen 3190, dagegen jetzt über 8200beträgt. Die Leopoldstadt, durch die Donau von der eigentlichen Stadt getrennt,die Landstraße, Mariahilf, die alte und neue Wieden , die Iosephstadt, nehmenunter den Vorstädten für Verkehr und Lebensgenuß, nicht weniger durch Schönheitund merkwürdige Gebäude die oberste Stelle ein. Hier ist der Marstall für 400Pferde des Hofes, unweit des Burgthors, ein Meisterstück von einfacher Größeund zweckmäßiger Einrichtung; taS Belvedere, sonst der Licblingüaufenkhalt Eu--gensvon Savoyen , seit 1446 für die kaiserl. Gemäldegalerie bestimmt, zeigt groß-artige heitere Pracht im Ganzen, trotz der theilweise schnörkelhaften Verzierungen;das Invalidenhaus, das allgemeine Krankenhaus, das sogen. Freihauü, tieCaser-nen ragen durch gewaltigen Umfang hervor; die Gemäldegalerie des regierendenFürsten Ioh. Liechtenstein wird in einem Palaste aufbewahrt, der an die schönstenZeiten der neuern ital. Baukunst erinnert. Von den 31 Kirchen und Capellen derVorstädte läßt sich, da die frühern Belagerungen diese Gegend am ärgstentrafen, wenig bemerken.
Wien zählt 300,000 Einw„ die Garnison und Fremden ungerechnet: da ihreZahl 1815 nur'239,343 betrug, so siehtman, daß dieFremden die große Sterblich-keit, die in der Regel jährlich den 26. Menschen wegnimmt, reichlich ausgleichen.Der Gegensatz zwischen dem hohen und niedern Adel hat ein sehr eigenthümlichesGepräge und greift politisch tiefer ein, als eS aus den ersten Blick scheint. Ein höchstachtungSwürdigerCharakterzug derregierendenDynastie ist ihre musterhafte Popu-larität, gleich weit entfernt von theatralischer Absichtlichkeit und kleinlichen, Zwang.— Deutsche sind in Wien die große Mehrzahl. Außerdem begegnet man Griechen,Italienern, Polen , Serbiern,Türken u, s.f.,sodaßWien ein lebhafteres SchauspielfürsAuge als jede andre deutsche Stadt gewährt, und durch diese Mischung für denschärfern Beobachter einen ebenso anziehenden als lehrreichen Charakter darstellt.