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Wille Wille (Johann Georg)
rer an einem Mädcheninstitute angestellt, allein mit so geringem Gehalt, daß er sichkaum anständig genug kleiden konnte, um in Ges.Illchaft zu erscheinen. Ein un-angenehmer Vorfall, der ihn im Mai 1777 traf, machte auf sein Gemüth so tie-fen Eindruck, daß er eikrankte und den 21. Mai, im 1l. I. seines Alters, starb.Poetische Schiiftin v. W., Leipz. 1779, vollständig-rW'en 1793, 2 Bde.
Wille. Der Wille bezeichnet die Selbstthätigkeit des Strebend und derEinwirkung in die Sinnenwelt. Die Selbstthätigkeit des Begehrens besteht darin,daß der Mmsch zu einem vorg-stellten Zw-cke durch ' estimmre Mittel strebt, mit-hin eine Wahl hier eintritt, von welcher die Thätigkeit den Namen hat. Der Willeist sonach das nach Zweck bestimmte Bestreben; es ist die Kraft, seine Thätigkeitzur Verwirklichung eines Vorgestellten mit Bewußtsein zu bestimmen. Allein indieser Bedeutung ist der Wille noch gleichbedeutend mit Willkür, d. h. dem durchden äußern Eindruck nicht unmittelbar bestimmten Bestrebungsvermögen. Es istaber das Bestreben verständig, wenn es Zunächst auf Das gerichtet ist, wasfür nützlich und schädlich gehalten wird. Bei dem verständigen Bestreben, dasauch vorzugsweise willkürlich genannt wird, wirkt der äußere Eindruck nur mittel-bar, d. h. der Mensch begehrt das Angenehme, und strebt, das Unangenehme zuvermeiden durch gewisse hierzu vorgestellte Mittel. So unterscheidet steh die mensch-liche Willkür von der thierischen (urbilriun, 1>rutii>>>), welche da vorkommt, woder blinde Trieb nichkzwingend einwirkt. Wille dagegen im engern Sinne, odermoralisches Bestrebungsvermögen, ist das Vermögen, das Vernünftige oder an sichGute zu bestreben: ein Vermögen, das dem Thiere nicht zukommt. Der ver-nünftige Wille setzt Freiheit voraus; der Mensch könnte das Gute unterlassen unddem sinnlichen Antriebe folgen, dann ist der sittliche Wille nicht wirksam. Diesittliche Freiheit b steht also darin, daß sich der Mensch, rein nach Vernunft, un-abhängig von der Naturnoihwendigkeit bestimmen kann, und die Federungen, wel-che die Vernunft dem Handeln vorschreibt, heißen daher auch Willens- oderFrei-heiisges.tze. (S. Freiheit.) Diese G, sitze sind der wahre Wille der Mensch-heit und damit Zugleich der Gottheit. Wir nennen ober den Willen rein, der le-diglich auf das Gute gerichi.t ist; insofern der Mensch jedoch zugleich sinnlichesWehn ist und bleibt, wird auch sein Wille immer noch ein pathologischer bleiben,d. h. er wird nicht allem Einfluß sinnlicher Antriebe entzogen, und nur der Gott-heit schreiben wir den reinen Willen zu. p.
Wille (Johann Georg), Kupferstecher, war geb. den 5. Nov. 1715 aufder Obermühle unweit dem Städtchen Königsberg bei Gießen. Sein Vater, einMüller, hakte ihn zu seinem Gewerbe bestimmt, li. ß ihn aber, als er seine Nei-gung zum Zeichnen wahrnahm, welchem der Jüngling von Jugend an mit auf-fallendem Glück, obwol ohne alle Unterstützung nachhing, die Kunst eines Büch-senmeisterS erlernen, wo er bedeutende Fortschritte mochte und in die Schlösser derneu gefertigten Gewehre sehr gefällige Iagtstücke gravirte. Doch genügte ihmdiese Arbeit nicht, und nachdem er s. Wanderschaft angetreten hatte, ging er zuder Kunst des Uhrmachers, die er in großer Vollkommenheit übte, über. Er reisteendlich nach Straeburg und nach Paris . Hier widmete er sich ganz der Kupfer-stecherkunst, jedoch ohne alle Unterstützung seines Vaters, der ihn für einen unge-rathenen Sohn hielt. Nack langem Kampfe mit den Verhältnissen lieferte er zu-erst das Brustbild des Marschalls Belleisle, welcher, wegen des trefflichen Gelin-gens dieser Platte, den Grund zu W.'s Glück legte. W. ward Meister in seinerKunst, verlor aber in der Revolution s. bedeutendes Vermögen (gegen 800,900Fr.) und wäre fast ein -Opfer derselben geworden, wäre nicht sein Sohn Generalder pariser Nationalgarde gewesen. Sein Ruf war in Frankreich und Deutsch-land allgemein. Napoleon ernannte ihn zum Ritter der Ehrenlegion , das Institutder Wissenschaften und Künste nahm ihn zu seinem Mitgliede auf. Anfangs stach