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Winter (Peter v.)
Aufschwung versprachen. Der König erhob hieraufW. in den Adelstand, verliehihm das Comlhurkreuz des Ordens bester Sicilien, und beauftragte ihn. die Ge-schichte des Feudalismus in Neapel zu schreiben. Der 1. Pd. diese« Werks, das ins. Gründlichkeit und Klarheit den Meister ankündigt, erschien 1811 und erregte all-gemeines Int: reffe. 1814 ward W. bei der provisorischen Regierung der römischenProvinzen als Minister des Innern angestellt. Die Ereignisse des folg. I. be-stimmten ibn zur Entfernung aus s. Vaterland«. Er unternahm eine Reise nachFrankreich und Deutschland, hielt sich eine Zeit lang in Dresden auf und entwarfhier den Plan zu dem Werke: „8,,,- l'nii'Aiiio cles uuilnu.G, welches bisher nochnicht erschienen ist. Auch beschäftigte er stch mit einer ikal. Übersetzung von Cicero'«Schrift: „14« lcgübu?', welcher er schätzbare Noten hinzufügte. 1819 nach Nea-pel zurückberufen, übernahm er wieder eine Advocatur, und zählte zu s. Clientenselbst Die, welch« ihm den Umsturz des Feudalsystems nicht verzeihen konnten,aber nichtsdestoweniger den großen RechtSgelehrten und den rechtschaffenen Mannin ihm hochachteten. 1820 zum Mitglied« der provisorischen Regierung ernannt,wurde W. vom Kronprinzen beauftragt, über die Vollziehung des 1818 abgeschlos-senen Concordats mit dem päpstlichen Nuntius zu unterhandeln. Noch der Rück-kehr des Königs Ferdinand vom Congreffe zu Laibach nahm er dieRechtsprayis wie,der vor, und er sieht sich seitdem durch die Gunst des Publicums für die Ungnadedes Hofes reich entschädigt.
Winter (Peter v.) gehört zu den ausgezeichnetsten Gesangscomponisten f.Zeit. Er war geb. zu Manheim 1754 und Sohn eines Brigadiers der kurpfälpi-schen Garde. Der HofmusikuS Meyer gab thm den ersten Unterricht auf der Vio-line; unter der Leitung des ersten Diolinsp elers der kurpfälzischen Copelle, Krc>-mer, entwickelte er sich so schnell,'daß er schon als Knabe von 10 I. in das kurfürstl.Hoforchester aufgenommen wurde. Auf persönliches Verlangen des KurfürstenKarl Theodor ging er zum Contrebaß über. Je mehr sich s. praktische Musikfähig-keil entwickelte, desto größer werd auch sein Hang zur Composition, in deren Ge-heimnisse ihn der berühmte Abt Vogler einwflhte. Eine concertirende Symphoniewar das erste von ihm öffentlich oufg'/ührte Musikstück. 1775 erhielt er bei Er-öffnung des deutschen Theaters in Monde m d'e ehrenvolle Anstellung eines Or-chesterdirectors. welche Stelle er auch bei Versetzung des kurfürstl. Hoflagers vonManheim nach München am letztcrn Orte sonbehielt. In diese erste Periode sei-ner schaffenden Thätigkeit fallen mehre Ballet«, Cantaten und Melodramen, welchejetzt nicht mehr g'geben werden. Seine zweite Periode beginnt mit s. Reise nachWien 1780, wo er wieder mehre Harmoniestücke, Cantaten und die Musik zu eini-gen Balletten componirte, und unter Einfluß des damals blühenden Salieri nochgrößere Fortschritte in der gründlichen Composition machte. Nach s. Rückkehr vonWien führte er s. erste Oper: „Helena und Paris", 1782 in München auf. Treff-liche Declamation, schöner gefühlvoller Gesang und Neuheit in der Instrumenri-rung erwarben ihr bald den Ruf eines der vorzüglichsten Musikstücke der damaligenZeit; sie wurde nicht nur auf allen ausgezeichneten deutschen Bühnen aufgeführt,sondern auch, in die fronz. und engl. Sprache übersetzt, in Paris und London mit großem Beifall aufgeführt. Bald darauf schrieb er die ebenfalls zu ihrer Zeitbeliebten Singspiele: „Das Hirtenmädchen" und „Der Bettelstudent", und 1787die Oper „Bellerophon" für Manheim . Im letztem Jahre ward er auch zum Ca-pellmeister ernannt. Als solcher schrieb er bis 1790 mehre Cantaten und Balleks,z. B. ein pantomimisches Ballet mit Chören: „Orpheus und Eurydice ", und dasSingspiel: „«wapin und Scapine", nach Göthe'S Text. Seine dritte blühendePeriode beginnt mit s. ersten Kunstreise nach Italien im Oct. 1790. Hier ent-wickelte sich in dem Vaterland« des Gesanges und der Melodien sein großes Talent,für den Gesang zu schreiben und Gesang zu lehren, vollkommen. Bon der andern