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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wöff

abwischen, Land und Leute verlassen und mit einem Stecken davongehen, als demEvangelio untreu werden!" Er unterzeichnete und übergab mit 1538 auf demReichstage zu Augsburg das «vangel. Glaubensbekenntniß. Als Kaiser Karl V. und Ferdinand, aufAntrieb der päpstlichen Gesandten, die Evangelischen durchDrohungen zu bewegen suchten, die Predigt des Evangeliums einzustellen und anden Gebräuchen des Papstthums Theil zu nehmen, da waren es Wolfganq undMarkgraf Georg, welche zu dem Kaiser hinlraten und unt festem Muthe erklär-ten :Sie würden sich gegen de-'Kaisers Majestät in alle? Unlerihänigkeit verhal-ten, wenn er sie bei ihrem Glauben und Bekenntnisse ließe; ober ehe sie Gott undsein Evangelium verdäugneken, möge er ihnen lieber die Köpfe abschlagen lassen!"Er war Mitstifter des schmalkaldischen Bundes, und Luther nannte ihn, da erviele Reisen machte, uni Frieden zu stiften, den Legaten Gottes. W. ward nachEisleben von den Grafen v. Mansfeld eingeladen, wohin auch Luther kam, -derdaselbst den 18. Febr. 1516 starb. Bei dem Ausbruche des Krieg,s zog W. selbstmit i» den Kampf, den die Schlacht bei Mühlberg endigte. Hierauf erklärteKarl V. den 12. Jan. 1517 den FürsienW. in die Acht, als dieser eben auf seinemSchlosse in Bernburg war. Das Land desselben schenkte er einem span. Günstling,Namens Ladrone. W. setzte sich, als er die Acht vernommen, zu Pferde undritt durch die Luadt zum Thore, indem er Luther'S Lied:Eine feste Burg ist un-ser Gott ", sang. Er suchte einen Aufenthalt im Harzgebirge. 1552 gelangte erwieder zu dem ungestörten Besitze seines Landes. 70 I. alt übertrug er die Regie-rung seines Landes seinen Vettern und verlebte 4 I. ruhig zu Koswig und Aerbst,doch sorgte er mit fürstl. Grofimuth für Kirchen und Schulen. So war Wolf-gang der Gründer und auch Vollender der Reformation in Anhalt, obwol er sei-nen Vetter, den weisen und gelehrten Fürsten Georg, der mit Recht den Beina-men des Gottseligen führte, späterhin zu seinem Gehülfen nahm. (DieserFürst Georg, welcher in Mevseburg von Luther, Ionas u. A. zum evangel. Bi-schof gewecht worden war, hat oft und gern gepredigt.) W. hatte 15 I. lang vorseinem Tode seinen Sarg in s. Schlasgemach stehen, mit der Inschrift:Christusist mein Leben, unk groben ist mein Gewinn" (Phil. 1,21). Er starb unver-heirathet am 23. März 1566 und ist in der BariholomäuSkirche zu Aerbst begraben,wo auch sein Bildniß sich befindet. W.Fürst Wolfgang zu Anhalt. Eine ge-schichtliche Reformationspredigt, gehalten am 31.Oct. 1819 von V.Friedr. AdolfKrummocher, herzogl. anhalt -bernburg. Superintend." (Dessau 1820).

Wblfl (Joseph), geb. zu Salzburg 1772, bildete sich unter Leop. Mozartund Mich. Haydn (ebenfalls in Salzburg ) zu einem beliebten Componisten (beson-ders für das Pianoforte) und zu einem der fertigsten Pianofortespteler, wobei ihndie Natur selbst durch eine ungemeine Größe und Gelenkigkeit der Hand unterstütztzu haben schien. Als Mozart's Ruhm ganz Deutschland erfüllte, entschloß sichW.'s Vater, ihm seinen Sohn zur Vollendung seiner musikal. Laufbahn zuzu-schicken. Mozart wurde W.'s weitester Freund und empfahl den 18jähr. Jüng-ling dem poln. Grafen Oginski zum Capellmeister. Bei dem Ausbruche der poln.Revolution 1791 verlor der Graf sein Vermögen; W. ging 1745 nach Wien .Hier sing er an, für das Theater zu componiren, und seine Zauberopern:Der Höl-lenberg" (1795) undDer Kopf ohne Mann", Operette (1798), erwarben ihmlauten Beifall. Damals verhcirathete er sich mit einer geachteten Schauspielerin,allein seine Ehe war nicht glücklich, und W. machte 1799 ohne seine Frau eineReise durch Deutschland . Er war seitdem fast beständig auf Reisen und erwarbsich durch seine ungemeine Fertigkeit und durch die Leichiigkeit und Sicherheit, mitder er die größten Schwierigkeiten überwand, den Ruf eine« der größten Virtuosenauf seinem Instrument. 1801 kam er nach Paris , wo er allgemeine Bewunde-rung erregte, und zugleich eine franz. Oper für das'l'lioätie cornicjue:l?aniour