435
Pork (Friedrich, Herzog von)
mußte. 1795 ward er zum Oberfeldherrn der britischen Heere ernannt. Er stellteviele Mißbrauche ab, irafmanche gute Einrichtung und ward, wegen s. milden Be-tragens dabei, von der Armee geliebt. 1799 befehligte er die Expedition nach Hol-land , an der ein russ. Hülstcorps unter dem General Essen Theil nahm. Zwar er-gab sich die holländ. Flotte dem Viceadmiro! Mitchel, und der Herzog landete imHelden, aber zu spät. Es hatte nämlich an Transportschiffen gefehlt, um 30,600M. zu g'eichcr Zeit übersetzen zu können. Auch waren ohne die Schuld des HerzogsZ-stt und Ort schlecht gewählt. Man landete in einer ungünstigen Jahreszeit (EndeAug.) und, statt tiefer südlich, in Norkbolland. Das Wetter war nachtheilig, unddie Russen (behaupten die Engländer) thaten ihre Schuldigkeit nicht. Daher siegteBrune an der Spitze des sranz..holländ. Heeres bei Bergen (19. Sept.) über dieVerbündeten. Zwar griff der Herzog den Feind am 2. Oct. bei Alkmar wieder anund drängte ihn zurück; allein er benutzte diesen Vortheil nicht und ward daheram 6. von Brune zurückgebt lag-n. Hierauf kam den 18. eine Capitulakionzu Alkmar zu Stande, nach welcher die Engländer 8600 Kriegsgefangene zurück-gaben und das Gebier der Republik räumten. Der Herzog übernahm hierauf wie-der die Leitung des Heerwesens. Allein s. Verbindung mit Mistreß Clarke wurdefür s. Ruf sehr nachtheilig. Als er mit dieser listigen Frau Bekanntschaft machte,Halter sie für eine Witwe. Sie wußte ihn lange zu täuschen; sobald er ober erfuhr,daß ihr Mann noch lebte, brach er allen Umgang ab, beging jedoch den Fehler, ihreme Pension von-100 Pf. zu verweigern. Sie schloß sich daher an ein Mitglied desUnterhauses, den Obersten Wartle, au, welcher den Plan entworfen hatt-, den Her-zog in der öffentlichen Meinung zu verderben. Unterstützt von mehren Unzufriede-nen, welche sich zurückgesetzt glaubten, trat er den 27. Jan. 1809 als Ankläger ge-gen den Herzog auf und verlangte eine Untersuchung s. Betragens als Oberbefehls-haber. Er warf ihm vor, daß er bei Vergebung derMilitairstellen, Pensionen w.Mißbräuche geduldet, Bestechung?" zugelassen und besonders durch den Einflußs. Buhlsrau, der Mad. Clarke, sich habe leiten lassen. DieHlnkkage fand vor demUnterhaus? stakt, unk der Kanzler der Schatzkammer bestand auf den Fortgang derUntersuchung Die Clarke erschien mehrmals vor dem Unterhaus-persönlich. Siegestand ein, Geld empfangen zu haben, um Beförderungen zu unterstützen; alleinder Herzog habe ihr dazu die Erlaubniß gegeben. Ihre frechen Antworten be»lustigsten das Publicum und schadeten dem Herzog in der öffentlichen Meinung, ohneirgend einen erheblichen Klagepunkt zu beweisen. Vielmehr wurde der Herzog miteinerMkbrbeü von 278Slimmen gegen 196 freigesprochen, als habe er selbst keinenAnthe.lau den vorgefallenen Bestechungen und Unregelmäßigkeiten genommen. Den-noch drang Wardle auf die Motion, von dem Könige die Absetzung des Herzogs alsBefehlshabers der Landarmee zu verlangen. Zwar wurde diese Adresse durch dieStiminenmchrheit verworfen, allein der Herzog fand für gut, d. 20.März 1809 s.Stelle freiwillig niederzulegen. Doch schon d. 25. Mai 1811 fehle ihn s. Bruder,der damalige Prinz-Regent, in die Stelle eines Feldmarschalls und Oberbefehls-habers der gesammten britischen Landmacht wieder ein. Indeß war die Ursache siEntlassung, s. Verbindung mit Mistreß Clarke, die unter dem Schutze s. GunstHandel mit Milirairsiellen und Pensionen getrieben haben sollte, noch in frischemAndenken. Daher trugen d. 6. Juni LordMilton und Froncis Burdett im Unter-haus? auf den Beschluß an: „Es scheine dem Unterhause sehr unschicklich, daß dieRäche des Prinz Regenten diesem die Wiederernennung des Herzogs zum General-> commando vorgeschlagen"; allein ihr Antrag wurde, da dieGrenvüle-Fox sche Par-tei dem Prinz Regenten ergeben war, mit einer großen Stimmenmehrheit verwor-fen. Das Volk unterhielt sich dagegen mit Spottgedichten auf die Prinzen des königl,Hauses» fjbrigcns wird jeder Unbefano.ene sich leicht überzeugen können, daß derHerzog nicht für einzelne vielleicht vorgefallene Unordnunaen verantwortlich sein
' 28 *