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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zappt Zarlino

der Franzosen , denen sie 1799 von den Russen wieder entrissen wurde. Seitdemhat sie einen Theil der genannten Republik ausgemacht, die durch den am 5. Nov.181b zu Paris zwischen Rußland und England geschlossenen Vertrag unter denunmittelbaren und ausschließenden Wchutz Großbritanniens gestellt wurde. DieInsel Zante ist 4 3 ^ und hat gegen 40,000 griech. Einw. Sie besiehtgrößteniheils aus einer ausgedehnten Ebene, welche sich von der nördlichen zur süd-lichen Küste erstreckt, im Westen von einer Hügelkette und im Osten durch denBerg Scopo und die bergigen Umgebungen der Stadt begrenzt ist. Sie hat keinenFluß, doch Quellen, aber kein gutes Trinkwasser. Überall findet man Spuren un-terirdischen Feuers, daher sie auch den Erdbeben sehr ausgesetzt ist. Merkwürdigsind die schon von Herodot erwähnten Pechguelien, welche sich bei Thieri, 2 Mei-len von derHauptst., an 3^4 Stellen eines Morastes in der Gestakt kleiner Tei-che befinden. Die Ufer und der Grund sind nämlich stark mit Steinöl belegt, wel-che« die Frühlingsgewässer auf die Oberfläche bringen und absetzen. Man sammeltjährlich IstitTonnen, und es wird nur zum Kalfatern der Schiffe gebraucht. Dersehr fruchtbare Boden der Insel liefert nur auf 4 Monate für seine Bewohner Ge-treide, denn zwei Drittel der Insel find mit Reben bepflanzt, wovon jährl. 40,000Tonnen Wein gewonnen werden; desgleichen ärntet man 12-^-13 Mill. PfundKorinthen, welche größtenthrils nach England gehen, an 60,000 Tonnen Oliven-öl, auch eine bedeutende Menge von Pomeranzen und Limonien. Das Gewerbeder fleißigen Einw. besteht i» Baumwollenspinnerei, Weberei und beträchtlichen Li-gueurbreunereien., Die Hauptst Zante liegt am Fuße eines Berges, auf demein von den Denelianern erbautes Fort mit sehr ausgedehnten Festungswerken steht,Sie hat 19,000 Einw., ist »ach iial. Art gebaut, mit engen Straßen und massi-ven, 4 5 Stockwerke Hohn, Häusern. Hier sind 2 Quarantainehäuser. DieInsel hak vom 29. Dec. 182» bw zum 6. Jan. 1821 durch Erderschütterungenund andre ungewöhnliche Naturexvnisse sehr gelitten.

Zappi (Giovanni Batkista Febc,), geb. zu Imoka 16K7, gehört zu denbesten italienischen Dichtern seiner ZeüylierS. Nachdem er Zu Bologna die Rechtestutiiu und so schnelle Fortschritte gemacht hatte, daß ihn» schon in seinem 13. Jahredie Dociorwürde ertheilt worden, begab er sich nach Rom , wo er bald nicht bloßals Rechtsgelehrter, sondern auch als Dichter glänzte. Er war einer der Stifterder Akademie der Arkadier, in welcher er den Namen Tirsi Leucasio annahm, undder er zur besondern Zierde gereichte. Ein phantastisch-graziöser Charakter zeichnetolle seine Poesien, besonders die Canzonen und Madrigale, aus; nur zuweilen dürfteihn der Vorwurf des Gesuchten und GekünstNen »essen. Seme Talente hattenihm die Gunst Clemens Xl, erworben, -er ihm zu ansehnlichen Pfründen Hoffnunggemacht hatte, Aber er starb 1719, noch ehe er zu ihrem Besitze gelangt war.>Seine Gattin, Faustina Maral», die Tochter des berühmten römischen MalersCarlo Maral», war nicht nur durch Schönheit, sondern ebenfalls durch Dichter-rglent ausgezeichnet, Sie hatte in der Arcadia den Namen Aglaura Cidonio.

Zarlino (Giuseppe), geb. 1540 (nach Gerber 1520) in Chioggia bei Ve-nedig am adriatischen Meerbusen, gest. 1593 zu Venedig , und von niederländ.Meister», namentlich Adrian Willart, gebildet, gehörte vor Rameau und Rousseau zu den größten theoretischen Musikern. Er bestimmte die Verhältnisse des ganzenund halben Tons genauer, und legte durch sein ausführliches Handbuch über dieHarmonie (l5lilur>vu> -irnionwbe", Vened. 1562, 1578, Fol.) den Grund zueiner gründlichen Bearbeitung dieses Hlegenstandeg. Schon im 18. I. trat er alsSchriftsteller in dieser Hinsicht auf und schrieb eine Menge Werke, welche unter-ein Namen seinerlii5tilU7.i«i,i .irmnincüie" undI4inio>itrsr>oni urmuiiiuliv"(1689, 4 Bde., Fol.) in Venedig vollständig gesammelt erschienen. Als Compo-rfist machte er sich besonders durch eine große Musik bekannt, die er als Capellniei-