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Znaiin Zobel
gewöhnlich. Z. sehte seine Streifzüge in Böhmen fort, eroberte mehre festeStädte, gewöhnlich durch Sturm, und behandelte die Besiegten mit Grausamkeit, jNach dem Tode des Niklas v. Hussynecz (142t) erkannten ihn alle Hussiten als 'ihr Oberhaupt an, allein er ließ dem König von Polen die böhmische Krone an« ^bieten. Durch unglaublich schnelle Märsche kam er überall seinen Feinden zuvor, lBei der Belagerung des Schlosses Raby verlor er durch einen Pfeilschuß auch sein !zweites Auge. Jetzt ließ er sich bei den Gefechten auf einem Karren fahren, sodaßer von seinen Leuten gesehen werden konnte, und nach der Beschreibung, die man jihm von der Gegend machte, ordnete er die Stellung des Heeres an. Er hatte «eine sogen, unüberwindlich« Drüderlegion, mit welcher er gewöhnlich den Ausgang ^der Schlacht entschied. Ein beträchtliches Heer, das Kaiser Sigiemund aufs lNeue wider ihn schickte, schlug er bet Deutschbrod (18. Jan. 1422) und drang !(<1422) selbst in Mähren und Östreich ein. Als hierauf die Präger seinem:Willen nicht gehorchten, demüthigte sie der blinde Heeresfürst durch mehre Nie-derlagen. Nur einmal, bei Kremsir in Mähren , mußte er weichen; es war diesdas einzige Mal, daß er im offenen Felde geschlagen wurde. Sigismund botihm enllich die Statthalterschaft von Bohmen an mit großen Vortheilen, wenn«k sich für ihn erklären wolle. Während der Unterhandlungen aber überfielihn, als er eben Przibislaw im czaslauer Kreise belagerte, eine pestartige Krank-heit, und er starb am 12. Oct. 1424. Die über diesen Verlust rasenden Tabori-.ten erstürmten die Stadt, hieben Alles nieder und verbrannten den unglücklichenOrt. Z. halte 13 Schlachten gewonnen und in mehr als 100 Gefechten ge-siegt, obgleich alt und blind. Er hielt sich selbst für ein Werkzeug der göttlichenRache, und das Jammern von Mönchen und Priestern, die er zum Feuertode«schleppen ließ, nannte er mit fürchterlichem Höhltet der Schwester Brautlied! ^— Er wurde in der Kirche zu Czaslau begraben, und sein Beblingrgewehr, ein ei»,ferner Streükolben, über seinem Grabmal aufgehangen. Man erzählt, daß Kai«'ser Ferdinand I. , mehr als 130 I. nachher, als er auf einer Reise nach Pragidie Kirche zu Czaslau besiichte und erfuhr, daß A. da begraben liege, darüber so.betreffen worden, daß er augenblicklich nicht nur die Kirche, sondern die Stadt!selbst, wo er übernachtrn wollte, verlassen habe. Das Grabmal wurde 1023auf kaiserl. Befehl abgebrochen, und Z.'s Gebeine fortgeschafft. Eine Fabelist es, daß Z. besohlen habe, seine Haut als Ti-vmmelfell zu gebrauchen, weildie Feinde dadurch in Furcht gesetzt werden würden. S. Max Millauer's „Di-plomat. histor. Aufs. über Joh. Zisska v. Trocnow" (Prag 1824). (Vgl.Hussiten.)
Znaim (Znoym), Stadt und Hauptort des Kreises gl. N., im Mark-grafih. Mähren , liegt auf einem Berge, an d.ssen Fuße die Taya fließt. Z. hat700 H., 6000 E. und ein Gvmnasium. Die Umgebung ist angenehm; Gerwürzkräuter- und Weinbau. Die schöne Abtei der Prämonstrakenser ist jetzt zueiner kaiserl. Tabacksfabrik eingerichtet. Im Lager vor Z. ward am 12. Juli 1809zwischen den Östreichern und Franzosen der Waffenstillstand abgeschlossen, dem am14. Oct. der wiener Friede folgte.
Zobel (russ. Sobol), ein viersüßiges Thier, das zum Geschlechte der Marrder und Wiesel gehört, dessen kostbarer Pelz sehr geschätzt wird, und welches bloßin Sibirien und dem nördlichen China einheimisch ist. Er lebt dort in dichten ein-samen Wäldern, in hohlen Bäumen oder unier ihren Wurzeln in der Erde, ist sehrschnell und springt mit vieler Leichtigkeit auf den Bäumen umher. Am Tage schläftek; des Nachts geht er seinem Raube nach, der gewöhnlich in kleinen SäugechiereNund Vögeln besteht; doch frißt er auch, wenn es die Jahreszeit mit sich bringt, Bee-ren und Früchte. Die Farbe der Zobelfelle ist schwarzgrau, braun oder schwarz; siewerden am meisten geschätzt, wenn sie recht schwarzbraun, dickhaarig und glänzend