Die Maxwell’schen Gleichungen.
247
§ 5 .
lieber die Maxwell’schen Gleichungen und über den Versuchvon Hertz, diese Gleichungen aus den gewöhnlichen Formelnder Elektrodynamik herzuleiten.
Völlig verschieden von der in dem vorhergehenden Paragraphdargelegten Transmissionstheorie des Potentials sind offenbar dieVorstellungen der berühmten Maxwell’ sehen Theorie. Letztere führtbekanntlich zu dem Resultat, dass die elektrischen und magnetischenWirkungen der partiellen Differentialgleichung entsprechen:
Aff> = A 2
8-0
8t- ’
und dass also diese Wirkungen in derselben Weise, wie Licht undstrahlende Wärme, im Raume sich ausbreiten.
Leider muss ich, ebenso wie z. B. seiner Zeit Kirchhoff, dar-über klagen, dass es mir nicht gelungen ist, von der MaxwelFscheuTheorie ein deutliches Bild zu gewinnen. Man hat behauptet, dieganze Elektrodynamik und die ganze Optik seien in der Maxwell’sckenTheorie enthalten, und der eigentliche Schwerpunkt dieser Theorieliege in folgenden sechs Gleichungen:
dL
cZ
8Y
. 8X
_ 831
8N
dt
~~ 8y
8z ’
A Jf
8z
oy ’
dM
_ 8X
8Z
A dY
8N
_ 8L
dt
dz
8x ’
A ct
8x
8z ’
dN
_ 8Y _
8X
8Z
_ 8L
831
dt
dx
8y ’
Ä Dt
8y
cx
Um so wichtiger erschien es mir, dass Hertz diese Maxwell’schenGleichungen (SDJ.) mit der gewöhnlichen Theorie der Elektrodynamikin Zusammenhang zu bringen, und aus derselben abzuleiten ver-sucht hat, unter Hinzunahme seines schönen und jedenfalls sehrbeachtenswerthen Princips von der Einheit der Kraft. Demgemässhabe ich die betreffende Hertz’sche Abhandlung*) einem genauerenStudium unterworfen. Und über das Ergebniss dieses Studiumserlaube ich mir, hier einige Mittheilungen zu machen.
*) Hertz: Ueber die Beziehungen zwischen den MaxwelFsehen elektro-dynamischen Grundgleichungen und den Grundgleichungen der gegnerischenElektrodynamik, 1884. Wiedemann’s Annal., Bd. 23. Abgedruckt in Hertz’Ges. Werken, Bd. 1, Seite 295.