Buch 
Die Steiger Schiefer : und ihre Contactzone an den Granititen von Barr-Andlau und Hohwald / H. Rosenbusch
Entstehung
Seite
102
JPEG-Download
 

Blättchen, von deren optischen Eigenschaften ich nur mit allerVorsicht behaupten kann, sie scheinen ebenfalls sich anisotropzu verhalten, so gelangt man zu der Vorstellung eines blättrigen,optisch zweiaxigen, mit einer den Blättchen parallelen, sehr voll-kommenen monotomen Spaltbarkeit und denkt natürlich sofortan ein Glimmermiueral. Welcher Species der grossen Glimmer-familie indessen dieses Vorkommen zugerechnet werden müsse,darüber giebt das Mikroskop keinerlei Aufschluss. Ja sogar diedoppelt brechende Natur der blättrig sich darstellenden Indi-viduen ist keineswegs allenthalben mit Sicherheit nachweisbar.In manchen Fällen scheinen solche Blättchen da, wo sie einzelnoder zu mehreren anscheinend flach übereinander liegen, beieiner Totaldrehung zwischen den gekreuzten Nicols kaum eineEinwirkung auf das Licht zu haben, und selbst in den Fällen,wo eine farbige Polarisation derselben deutlich erkennbar ist,kann die Doppelbrechung nur eine schwache sein, während dielcistenförmigen Durchschnitte senkrecht zur Spaltbarkeit sehrenergische Reaction auf polarisirtes Licht erkennen lassen. Einenerkennbaren Pleochroismus lassen weder die Blättchen, noch dieLeisten wahrnehmen. Von Salzsäure werden dieselben im Schliffselbst bei längerer Einwirkung und bei Erwärmung anscheinendnicht angegriffen, während sie bei längerer Digestion des Pul-vers allerdings gelost werden. Die Anordnung dieses glimmer -artigen Minerals gegenüber dem Quarz, neben welchem es denwesentlichsten Gemengtheil der Schiefer bildet, ist eine vorwie-gend körnige, seltener eine mikroskopisch flasrige. Da die Prä-parate nur parallel zur Schichtung angefertigt werden konnten,so lässt das Auftreten sowohl blättriger, als leistenförmiger Durch-schnitte des Glimmerminerals, welche letzteren stellenweise mitihren Längsaxen parallel zu einander, oft aber auch ganz regellosliegen, annehmen, dass eine Beziehung zwischen der Theilbarkeitdes Gesteins und der lamellaren Structur dieses Minerals nicht