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vorhanden ist. Zur Entscheidung der Frage, ob der Glimmerklasticher Natur, ob er eine krystalline Neubildung, oder aberbald eines, bald das andere sei, liefert die mikroskopische Unter-suchung keine Anhaltspunkte.
Demnächst muss als ein wesentlicher, nie fehlender Ge-mengtheil der Steiger Schiefer der Eisenglanz erwähnt werden,welcher in oft hexagonalen, oft unregelmässig rundlichen, auchgezackten und gelappten, mitrothem Licht durchsichtigen Blättchengleichmässig durch das ganze Gestein hin verbreitet ist. Derselbetritt nicht in Querschnitten auf und scheint also stets mit seinerBasisfläche der Schichtung der Schiefer parallel zu liegen. DerEinwirkung der Salzsäure widersteht er recht kräftig und löstsich erst bei Erwärmung allmählich auf; die grüne Färbung derSalzsäure, welche sich bald nach der Einwirkung derselben schonin der Kälte zeigt, kann nur von sehr dilut vertheiltcm Eisen-oxydhydrat herrühren. Am reichsten an Eisenglanz sind dierothbraunen Varietäten der Steiger Schiefer; weniger zahlreichsind seine Blättchen in den schwarzen Varietäten, welche dafüreinen grösseren Reichthum an mattglänzenden schwarz-kohligenFüttern zeigen. Behandelt man ein Präparat nach der von Cohenangegebenen Methode zuerst mit Salzsäure bis zur Entfernungdes Eisens und glüht es dann anhaltend auf Platinblech, soverbrennen die schwarzen Flitterchen und geben sich eben da-durch als Kohlensubstanz zu erkennen.
In dem von den aufgezählten Substanzen gebildeten, äusserstkryptomeren, aber recht gleichkörnigen Gemenge, in welchemnur verhältnissmässig selten mikroskopisch gröber- und feiner-körnige Lagen mit einander abwechseln, liegen nun noch zahl-lose, höchst winzige Nädclchen und Säulchen eines schön schwefel-gelben bis rothgelben Minerals, über dessen Natur sich durch-aus nichts Bestimmtes aussagen lässt. Da die kleinen Prismenauch im dünnsten Präparat noch von den übrigen Gemengtheilen
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