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sehr verwandten Verlauf ihrer Contactmetamorphosen mit der-jenigen der Steiger Schiefer meine Aufmerksamkeit anzogen.
Die Wieder Schiefer des Harzes, welche jedem Petrogra-plien durch Lossen’s schöne Arbeiten so bekannt geworden sind,und die ich in der Gegend von Treseburg und im Krebsbach-thale bei Mägdesprung zu sehen Gelegenheit hatte, zeigen eineunglaublich wechselnde Beschaffenheit. Manche Präparate vonHandstücken aus dem Lupbodethale erwiesen sich bei nicht sehrhohem Gehalte an freiem Quarz wesentlich aus nahezu farblosen,schuppigen Aggregaten gebildet, die nur schwache, bei sein-grosser Dünne des Präparats sehr oft gar nicht deutlich wahr-nehmbare Doppelbrechung besitzen. Dass aber hier nicht eineamorphe Substanz, sondern nur eine sehr schwach doppelbrechendevoriiegen muss, das beweist mit aller Evidenz die schuppigeStructur. Darin liegen nur ganz spärlich einige kurz prismati-sche Mikrolithe unbestimmbarer Natur, etwas Kohlenflitterchen,einzelne Erzpartikel und stellenweise dichter gehäuft, stellen-weise aber nahezu fehlend, trübe, wenig durchscheinende Körner,welche feldspathälmlich aussehen, sich aber nicht als solchernachweisen lassen. Andere Präparate derselben Fundstellen und,wie die eben beschriebenen, parallel der Schichtung geschliffen,zeigen ein durchweg fasriges, oft gewundenfasriges Aggregat,wobei die Fasern sich wohl nach zwei nahezu senkrechten Kich-tungen ordnen. Ein isotropes Verhalten besitzen diese Körpernirgends; selbst bei sehr winziger Mächtigkeit der Substanz istdie Doppelbrechung und, soweit bestimmbar, eine zur Faserrich-tung parallele Auslöschung deutlich nachweisbar. Die schuppi-gen Aggregate der andern Präparate finden sich auch hier, aberseltener und kaum je bis zur Verdrängung der fasrigen. Quarzwie oben ; kurzsäulenförmige Mikrolithe gelber bis braunerFarben, oft geknickt und gekrümmt; undurchsichtige Stacheln,einzeln und zu Sternen und Knäueln geballt, sind in grosser
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