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Die Steiger Schiefer : und ihre Contactzone an den Granititen von Barr-Andlau und Hohwald / H. Rosenbusch
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einzige Veränderung, welche der Schiefer an der Berührungs-fläche mit der Einlagerung wahrnehmen lässt, besteht in einer *breiigen Aufweichung, wie sie von den auf solchen Contactflächenleichter als im compacten Gestein circulirenden Sickerwassernselbstverständlich bewirkt werden muss.

Wo immer diese Einlagerungen aufgefunden und studirtwurden, erwiesen sie sich bereits in hohem Grade alterirt; selbstda, wo ihr Aussehen ein recht frisches war und sich dem blossenAuge und der Loupe keinerlei pathologische Symptome zu er-kennen gaben, brausten sie mit Säure kräftig und anhaltend. Beieinigermassen körniger Entwicklung erkennt man deutlich, dassdie weissen Partieen einem meistens stark verwitterten Feld-spath angehören, an dem man nur noch spärlich die den Plagio-klasen eigenthümliche Zwillingsstreifung wahrnimmt. Sonst erkenntman ausser kleinen Kalkspaththeilchen, sehr winzigen Quarz-körnchen und Häutchen von Eisenoxydhydrat nichts w'eiter und istalso für die mineralogische Diagnose dieser Einlagerungen aufdas Mikroskop angewiesen. Dieses Instrument lässt als vorwiegendan dem Bestände des Gesteins betheiligt einen feldspathartigenGemengtheil bestimmen, der allerdings in den meisten Fällensich durch vollständige Aggregatpolarisation als gänzlich zersetzterweist, in anderen Fällen dagegen in seinen peripherischenTlieilen hinreichend frisch ist, um die Zwillingsbildung zu zeigen,während das trübe Centrum nicht mehr aus Feldspathsubstanz,sondern einem regellos körnigen Aggregate z. Th. unbestimmbarerMineralien besteht. Diese centrale Umbildung der Feldspath-mineralien bei noch frischer Peripherie ist bekanntlich eine weitverbreitete Erscheinung und scheint hier, wie in vielen andernGesteinen, mit einer ursprünglichen centralen Anhäufung von Inter-positionen verschiedener Art in Zusammenhang zu stehen, welcheeine geringere Compactheit der Substanz und in Folge davonleichtere Angreifbarkeit durch die Sickergewässer bedingen. Unter

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