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angesehen und der Diabantachronnyn mit dem Chlorit verbundenwerden. Bei der Besprechung seines Augitophyrs aus Süd-Tvrol willGümbel 1 ein in radialstrahlige Aggregate zusammengehäuftes,selten nicht deutlich fasriges, mehr pulverigkörniges oder wolkigtrübes, chloritartiges Mineral, dessen grosse Aehnlichkeit mitdem chloritischen Gemengtheil der Diabase nach Structur undVerhalten gegen Säure übrigens zugegeben wird, dennoch da-von trennen und giebt an, dasselbe sei doppelbrechend, die Um-bildungsproducte des Augits dagegen amorph. Nach eigenenStudien an den „Augitophyren“ kann ich einen solchen Unterschiednicht zugeben, sondern muss beide Substanzen als der Structurnach identisch bezeichnen. In der wichtigen Mittheilung überdie paläolitliischen Eruptivgesteine des Fichtelgebirges besprichtGümbel ebenfalls diese färbende Substanz in den Diabasen,leitet sie z. Th. aus Augit, resp. Hornblende, z. Th. aus einerursprünglichen Zwdschenmasse ab und schlägt vor, ohne llück-sicht auf Entstehung und chemische Zusammensetzung für die-selbe den Namen Chloropit anzuwenden, während andere Autorensie als Viridit bezeichnen. Dass die verschiedene Entstehungeiner Mineralsubstanz bei fast identischen Charakteren für dieBenennung nicht in Betracht zu ziehen ist, wird man ohneWeiteres gern zugestehen, anders verhält es sich aber mit derRücksicht auf die chemische Zusammensetzung. Wenn Liebenachweist, dass das grüne Pigment in den „schwarzen Titan-eisen-Diabasen“ Epichlorit ist, so muss man es eben auch Epi-chlorit und nicht anders nennen. So lange aber nicht auf eineoder die andere Weise die Zugehörigkeit derartiger Substanzenzu einer bestimmten Species der chloritähnlichen Mineralien nach-gewiesen werden kann, ist es besser, man bezeichnet sie als einechloritähnliche Substanz, als dass man ihr einen bestimmten
1. Geognostische Mitlheilungen aus den Alpen . Silzuiigsbcr. Münch. Akad.Wiss. 1873. I. 62.
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