Buch 
Die Steiger Schiefer : und ihre Contactzone an den Granititen von Barr-Andlau und Hohwald / H. Rosenbusch
Entstehung
Seite
131
JPEG-Download
 

131

anscheinend isotrope Verhalten in keinem Falle auf amorphenZustand gedeutet werden kann, wie das wohl von einzelnenSeiten geschehen ist, folgt schon aus der Structur, ganz abge-sehen von dem Pleochroismus, welchen die fasrigen Aggregatesehr deutlich und stark, die mehr schuppigen in weniger hohemGrade, aber doch wohl erkennbar besitzen. Die radialstraliligenAggregate zeigen die bekannten Interferenzkreuze, deren Armestrenge mit den Schwingungsrichtungen der Nicols zusammen-fallen. Danach kann die Substanz kaum einem andern als demrhombischen Systeme untergeordnet werden. Würden sich man-che der schuppigen Gebilde als wirklich isotrop nachweisenlassen, dann natürlich wäre ein optisch einaxiges Krystallsystem,das hexagonale wahrscheinlich, anzunehmen. Warme Salzsäurelöst die Substanz leicht, kalte nur recht langsam und die Lösungist stark eisen- und magnesiahaltig. Liebe 1 2 hat bekanntlich ge-legentlich seiner überaus sorgfältigen Untersuchungen über diefärbenden Mineralien der Diabase quantitative Analysen von den-selben ausgeführt, die ihn zu der Ansicht führten, dass in denmeisten Diabasen dieselben einer von ihm mit dem NamenDiabantachronnyu belegten Species angehören, während sie indenschwarzen Titaneisen-Diabasen mit dem Epichlorit identischseien. Neben diesen beiden Mineralien wurde auch der Pikrolithals Diabas-Pigment aufgefunden. Kenngott 3 glaubte unter ge-wissen Voraussetzungen den Diabantachronnyn Liebes , keines-wegs aber, wie Gümbel 3 irrtlmmlich*augiebt, auch den Epi-chlorit und gar den Pikrolith auf seine allgemeine Chloritformel zu-rückführen zu können; und wenn man die Voraussetzungen,welche sich auf die Art der Berechnung des Thonerdegehaltesbeziehen, zugesteht, so muss allerdings der Nachweis als geführt

1. L. J. 1870. 120.

2. L. J. 1871. 51.

3. Die paläolithischen Eruptivgesteine des Fichtelgebirges. München 1874.28.

53