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schliessen kann. Die verschiedene Anzahl der dunklen Barrenerklärt sich leicht. Man denke sich z. B. einen solchen Pseudo-sphärolithen aus einem Aggregat zweier Mineralspecies zusam-mengestzt, von denen die eine ihre Elasticitätsaxen parallel undsenkrecht der Längsaxe, die andere um 45° dazu geneigt liegenhat. In diesem Falle würde das radialstrahlige Aggregat beicentrischem Schnitt ein achtarmiges Doppelkreuz zwischen ge-kreuzten Nicols zeigen. Weniger wesentliche Unterschiede in derErscheinung sind es, dass die echten Sphärolithe nach aussendurch eine scharfe Kugelfläche abgegrenzt sind, während diePseudosphärolithe scheinbar allmählich in das Gestein verlaufen.Die pseudosphärolithischen Aggregate werden sehr oft von Sprün-gen und Rissen durchzogen, die echten Sphärolithe kaum je.
Endlich aber finden sich neben denSphärolithen und den sphäro-lithähnlichen Aggregaten noch kugelig angeordnete Aggregate vonQuarzkörnern und Eeldspathkörnern, so dass also so ziemlichalle sphäroidalen Structurformen in diesen Gesteinen vertreten sind.
Von hohem genetischen Interesse ist es nun, dass in denporphyrischen Varietäten der Ganggesteine eine amorphe Grund-masse oft in prägnantester Weise entwickelt ist. Durch eineparallel oder auch verworren faserige und oft radialfaserige Indi-vidualisation, welche unzweifelhaft eine primäre sein dürfte,geht diese über in die oben geschilderten Aggregatformen. Istdie Individualisation mehr körnig oder blättrig, dann entstehenmehr Erscheinungsformen, wie man sie in den durchaus krypto-krystallinen Grundmassen der mikrogranitischen Quarzporphyrezu sehen gewohnt ist.
Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, dass das Gesteinder beschriebenen Gänge in seiner extremen Ausbildungsweisebald einen echten Granit, bald einen echten Quarzporphyr mitglasiger Grundmasse darstellt, während es in seiner typischenEntwicklung ein Zwischending zwischen beiden darstellt. Ich
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