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einzelner Pflanzen ohne Zuthun des Blüthenslaubes im Allgemeinen eine Stützezu gewähren schien. Aus dem Gebiete der niederen Pflanzenwelt habe ichdurch Hinweisung auf die grofse Seltenheit des Auftretens männlicher Organebei Chara crinita einen weiteren Fall beigefügt, der ohne die Annahme derParthenogenesis keine Erklärung erlaubte (‘). Am Schlüsse meiner Abhand-lung unterwarf ich die Beziehung der Parthenogenesis zu den übrigen Fort-pflanzungsarten der Gewächse, so wie die Fortpllanzungsverbältnhse derverschiedenen Abtheilungen des Gewächsreichs unter sich einer vergleichen-den Erörterung, durch welche ich zugleich die Unzulässigkeit gewisser ausfrüherer Zeit stammender und noch immer vielfach beliebter Deutungen derFortpflanzungsorgane der Cryptogamen und ihres Verhältnisses zu denen derPhanerogamen darzuthun suchte.
Ich lege der Akademie heute einige Nachträge zu der früheren Ab-handlung vor, indem ich theils über weitere Beobachtungen berichte, welcheBehufs der Ausfüllung einiger Lücken in der Beschreibung der Lebens- undFormverhältnisse von Caelebogyne angestellt wurden, theils anderweitigeseither veröffentlichte Mittheilungen über das immer noch paradoxe Kapitelder Parthenogenesis bei Pflanzen, zustimmende sowohl, als bestreitende,kurz bespreche ( 2 ).
Man darf sich nicht wundern, wenn die für die Existenz der Parthe-nogenesis sprechenden Erfahrungen im Allgemeinen noch mit Mifstrauenaufgenommen werden; häufige negative Resultate und im günstigen Falledie Schwierigkeit der Sicherstellung der betreffenden Beobachtungen gegenmögliche Täuschung rechtlertigen ein solches Mifstrauen. Aber geht mannicht zu weit, wenn man blofs aus Gründen der allgemeinen Möglichkeit derTäuschung und ohne bestimmte Nachweisung im Einzelnen die Beobachtun-gen, auf welche die Annahme der Parthenogenesis sich stützt, schlechthinverwirft? Vielleicht wird das Mifstrauen allzusehr aulrecht erhalten durchden Widerwillen gegen das Ungewohnte, den ruhigen Besitz wissenschaft-licher Errungenschaft Störende, das in der Annahme der Parthenogenesiszu liegen scheint, und durch die Abneigung ein Gesetz, dem unzweifelhaft
(') Vergleiche über Chara crinita a. angeg. O. S. 338 bis 351.
( 2 ) Zwischen der Lesung vorliegender Abhandlung und dem Drucke derselben ist einelängere Zeit verstrichen, während welcher noch mehrere hier einschlagende Beobachtungenveröffentlicht wurden, deren ich in den Anmerkungen gedenken werde.