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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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Lecoq sprach in der Sitzung der botanischen Gesellschaft zu Paris am 12. Sept. 1S56(') von der Bestätigung seiner vor 36 Jahren gemachtenVersuche durch die neueren von Naudin, bei welcher Gelegenheit er an-führle, dafs von diöcischen Pflanzen in manchen Gegenden blofs das weib-liche Geschlecht vorkomme, wobei sie sich wahrscheinlich durch Partheno-genesis fortpflanzten. Von Salix pcntandra finde man auf dem Cenlralpla-teau von Frankreich blofs weibliche Pflanzen und von Phoenix acaulis habeJacquemont am Fufse des Uimalaya blofs weibliche Stöcke finden können,die aber l-egelmäfsig Früchte trugen. So wenig Gewicht auf solche wenig spe-cialisirte Angaben zu legen ist, so wollte ich sie doch nicht ganz übergehen.

Eine genauere Untersuchung scheinen mir diejenigen Pflanzen zu ver-dienen, hei welchen eine Fructificalio spuria, wie es Jos.Gaertner nennt,vorkommt, d. h. welche das Vermögen haben, ohne Befruchtung Früchteanzusetzen, ja sogar scheinbar vollkommene Samen, jedoch ohne Keimling,auszubilden. Ein solchesFruchtungsvermögen, welches in verschie-denen Graden auftritt, kommt nach C. Fr. Gaertner ( 2 ) nur seilen beizwitterblüthigen Pflanzen, häufiger bei Monoccisten, am häufigsten bei Diö-cislen vor. Als ein Beispiel der vollkommensten Art führt Gaertner Da-tisca cannahina auf. Ich führe noch einen Fall an, den Cavanilles beob-achtet hat. Adelia dodecandra Sesse trug im bot. Garten zu Madrid , ob-gleich nur weibliche Pflanzen vorhanden waren, wiederholt Früchte mitscheinbar vollkommenen Samen, welche jedoch nicht keimten. Ein geöff-neter Same zeigte sich hohl( 3 ). Am bekanntesten und sichersten festgestelltist dieses Fruchtungsvermögen bei den Cycadeen, bei welchen die Samenauch ohne Befruchtung, wenn nicht immer, doch sehr häufig zur gewöhn-lichen Gröfse heranwachsen und sich vollkommen mit Endosperm füllen,woiauf zuerst Aub . du Petit Thouars aufmerksam gemacht hat und wasvon R. Brown, Gotische, Regel, so wie durch meine eigenen Beobach-tungen bestätigt wird ( 4 ). Aehnliches kommt nach Hofmeister auch hei

(') Hüllet, de la societ. bot. de France III (18/36) p. 653.

( s ) Beiträge zur Kenntnifs der Befruchtung I (1844) S. 558.

( 3 ) Annales des ciencias naturales Tom. V (1802) p. 256 und T. VI (1803). Cava­ nilles scheint übrigens nur mit wenigen Samen experiincntirt zu haben, was der Vernm-thung, dafs in diesem Falle Parlhenogenesis vorhanden war, Raum gestattet.

( 4 ) Aub . du Petit Thouars (hist, des v(get. rec. sur les des de Irance, Ia I\tumonet Madagascar, 1804, p. 11) erzählt, dafs Cj-cas reoolula in England zum erstenmal 1799