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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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eine Zeit lang irre gemacht haben, wie ich aus der Darstellung Siebolds(wahre Parlhenogenesis bei Schmetterlingen und Bienen S. 92-96), wel-che allein mir zugänglich ist, entnehme. Das Factum läfst sich, wenn ichdie Berichte über die Beobachtungen Dzierzons und von Berlebschsrichtig verstehe, in folgender Weise ausprechen: Eine Bienenkönigin vonreiner Race, sei es eine italienische oder eine deutsche, befruchtet von einerDrohne der andern Race, erzeugt blofs Drohnen ihrer Race, wogegen dievon ihr erzeugten Weibchen (Königinen und Arbeiter) in veschiedenemVerhältnifs theils das Gepräge der einen, theils der andein Race an sich tra-gen, theils als Mischlinge die Charactere beider verbinden. Bei mancherMutter, sie mag eine italienische oder deutsche sein, prävalirt die italieni-sche, bei mancher die deutsche Descendenz, wobei jedoch der sonderbareUmstand vorkommt, dafs im Laufe der successiven Zeugungen die mütter-liche Race mehr und mehr zur Geltung kommt. Die eigentlichen, d. h. ander Farbe kenntlichen Mischlinge sind stets in der Minorität und könnenselbst ganz fehlen. Ist aber die Königin nicht von reiner Race, ist sie selbstaus der Vermischung der deutschen und italienischen Abart hervorgegangen(was man ihr an der Farbe nicht immer ansehen kann), so wird sie ge-mischte Drohnen (d. i. theils deutsche, theils italienische, theils Mittel-formen beider) hervorbringen, sie mag von einem deutschen oder italieni-schen Männchen befruchtet sein. Was geht nun in Beziehung auf Zelotypieoder Idiotypie aus diesen Ei'fahrungen hervor?

1) Die unbefruchteten Eier der Bienen entwickeln sichzu Drohnen. Ist diefs ein zelotypisches oder idiotypisches Verhalten? DieTrennung der Geschlechter besteht in der Individualisirung der männlichenund weiblichen Bildungsrichtung und der entsprechenden Vertheilung derFunctionen. Männchen und Weibchen sind als differente Individuen aner-kannt, man kann daher die Drohnen auch nicht Copien der mütterlichenKönigin nennen. Auch bei diöcischen Pflanzen ist die eingeschlechtige Be-stimmtheit ein dauerhafter Charakter des Individuums, der sich bei der Ver-mehrung durch Sprofsbildung (mit sehr seltenen Ausnahmen) constant ver-hält, wefshalb wir z. B. von Elodea Canadensis und Salix Babjlonica ytrotz der ungeheuren Vermehrung, in Europa blofs weibliche Pflanzen be-sitzen, von Dioscorea blofs männliche. Fassen wir daher die Zelo-