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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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Von diesen Betrachtungen nun endlich eine Anwendung auf die Be-deutung der Parthenogenesis und ihre mögliche Bestimmung in derOeconomie der Natur zn machen, scheint gewagt zu sein, da der Erfahrun-gen, welche uns dabei zur Seite stehen, so äufserst wenige sind. Was etwagesagt werden kann, ergieht sich jedoch aus dem Vorausgehenden von selbst.Als geschlechtliche Fortpflanzung ohne Befruchtung hat sie den Vortheildes freien Neuanfangs, ohne von der andern Seite zur älterlicben Bichtunghin gedrängt zu werden. Je nach der Beziehung auf einen engeren oderweiteren Entwicklungskreis können nun sehr verschiedene Erfolge eintreten:entweder eine strenge, bis auf die Beibehaltung des mütterlichen Geschlechtssich erstreckende Zelotypie (Psyche Helix, Caelebogyne, soweit bisjetztbekannt), oder eine laxere Zelotypie, die sich nicht auf Festhallung deseinen Geschlechts erstreckt (Cannabis nach den Angaben, Bombyx Mori ),oder eine ergänzende Hervorbringung des anderen Geschlechts, verbundenmit Stabilismus odei Atavismus {Apis), oder eine idiotypische Bildung inner-halb des Spielraums der Varietätenbildung der Art, oder endlich, wenn wirin dieser Richtung noch weiter zu gehen uns erlauben wollen, die Hervor-bringung einer aus den engeren Grenzen der specifischen Bewegung heraus-tretenden, den gesetzmälsigen Fortschritt in einem gröfseren Kreise derEntwicklung vermittelnden neuen Form des organischen Lehens, für welchesLetztere wir in unseiei Zeit stationären Naturverhaltens directe Beweisefreilich nicht beibringen können, welches zu vermuthen und auf die Erklä-rung früherer Schöpfungsvorgänge anzuwenden wir jedoch durch die voraus-gehenden Untersuchungen uns wohl für berechtigt halten können. Geradedas Ausnahmsweise und Aufserordentliche, welches in dem Auftreten derParthenogenesis liegt, scheint ihre Bedeutung für solche (aus dem be-schränkten Standpunkte der gegenwärtigen Naturbewegung betrachtet)aufserordentliche Vorgänge in der Entwicklungsgeschichte der organischenNatur zu bestätigen.

II.

Durch die allseitige Feststellung, dafs die Erzeugung neuer Individuennicht durch Absonderung und Verbindung ungeformter Zeugungsstoffe ( 4 ),

(') Dennoch kehrt die alte Vorstellung immer wieder, wenigstens in <ler Ausdrucksvveü^so seihst bei ltadlkofer, der S. 16. 17 von einem zu befruchtenden und einem befruchten-den Stoff redet, desgleichen von einemBefruchtungsstoff (Befruchtungsprocefs p. 72)

Phys. Abh. der K. Ak. d. Wiss- 1859. Nr. 2. Q