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sondern, sowohl von weiblicher, als von männlicher Seite, hei der ge-schlechtlichen, wie bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, durch dieBildung organisirter, selbstständig belebter, oft sogar lebendig beweglicherKörperchen, die man, bei weiterer Fassung des Begriffs, alle als Zellenbezeichnen kann, eingeleitet wird, mufste die auf der früheren Vorstel-lung beruhende Annahme, dafs der Anfang des neu erstehendenLebenscyclus mit dem Befruchtungsmoment Zusammenfalle, ihren Haltverlieren. Die Befruchtung, früher schlechthin als Zeugungsact betrachtet,konnte nicht mehr, als der erste Act in der Entstehungsgeschichte des neuenIndividuums erscheinen, da ihr 'schon ein Keimbildungsprocefs vorausgeht;Befruchtung und Zeugung konnten nicht mehr als gleichbedeutend betrachtetwerden, da ja auch die ungeschlechtlichen Keime erzeugt werden. Erkannteman in der unbefruchteten Urzelle eines vegetativen Spröfslings den Anfangder Entwicklungsgeschichte desselben, so mufste man folgerichtig auch diegeschlechtliche Ei- oder Keimzelle schon vor der Befruchtung als Anfangs-gebilde des neuen Enlwicklungskreises betrachten. Für die Richtigkeit die-ser Auffassung schien mir die Parthenogenesis den entschiedensten Beweis zuliefern, indem sie die Möglichkeit zeigte, dafs auch solche Keime, welchegewöhnlich durch Befruchtung zur Entwicklung kommen, in gewissen Fällenohne Befruchtung sich entwickeln (*). Anders freilich betrachtet Radl-kofer den Zusammenhang dieser Verhältnisse. Er bestreitet zunächst, dafsbei der geschlechtlichen Fortpflanzung schon vor der Befruchtung ein Keimvorhanden sei, welcher vielmehr erst durch die Befruchtung ins Leben trete.Das der Befruchtung vorausgehende Gebilde sei kein Keim, sondern eine„keimfähige Anlage” (S. 24), welche nicht als Anfang des neuen Indivi-
( 1 ) Unwillkürlich wurde ich durch das Ergebnifs dieser Erwägungen an gewisse Theo-rien früherer Physiologen erinnert, worauf ich durch die Erwähnung Senebier’s, der voneiner Geschichte der organischen Wesen vor der Befruchtung spricht, hindeutete, ohnedie entfernteste Absicht, mich in den Kreis jener alten, uns fremd gewordenen Vorstellun-gen im Übrigen weiter einzulassen. Dies mufste Radlkofer aus meiner ganzen Darstel-lung entnehmen und konnte sich den ganzen Schwall von Redensarten über die lleraufbe-schwöruug des uralten Streits der Zeugungstheorien, über den leeren Wahn unseres Jahr-hunderts, dafs dieser Kampf zu Gunsten der Epigenese ausgekämpft sei, und das Erstaunliche,von meiner Seite das Panier der Praeexistcnz von Neuem aufgepllanzt zu sehen u. s. w.,mit welchen er seinen Anlauf gegen die selbst in moralischer und juristischer Beziehungbedenkliche (S. 15) neue Pracexistenzlehre beginnt, so wie alle gelehrten Nachweisungenüber die Verkehrtheit jener alten Vorstellungen, auf die er mich in seinen Gedanken zurück-kommen sieht, ersparen.