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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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Worin liegen nun aber die physiologischen Bedenken, das Ei oderirgend ein anderes Keimgebilde, welches befruchtet wird, schon vor derBefruchtung als Anfang des nach der Befruchtung zur Entwicklung kommen-den individuellen Lehens zu betrachten? Gewifs in dem Umstande, dafsvor der Befruchtung diejenigen inneren Bestimmungen, auf welchen dasWesen des Individuums beruht, noch nicht gegeben sind, also z. B. nochnicht entschieden ist, ob das künftige Individuum mehr nach dem Vater,oder nach der Mutter geartet, ob es männlichen oder weiblichen Geschlechtssein wird u. s. w. Es scheint einleuchtend, dafs das Individuum nicht demvorausgehend gedacht werden kann, was es zum Individuum macht, nämlichder innerii Feststellung seines wesentlichen Characters. Ist es gewifs, dafsdiese Feststellung durch die Befruchtung bewirkt wird, so wird auch derUrsprung des Individuums hiemit festgestellt sein. Das Zwingende , das indieser Beweisführung zu liegen scheint, wird jedoch einer eingehenderenPrüfung der Thatsachen weichen müfsen. Folgendes ist in dieser Beziehungzu erwägen:

1) Es giebt eine ungeschlechtliche und eine parthenogenestischeFortpflanzung; bei beiden wird die Natur des künftigen Individuums imKeime ohne Befruchtung bestimmt.

2) Auch bei dem Keime, welcher befruchtet wird, kann nicht ange-nommen werden, dafs die Feststellung seiner individuellen Natur ganz aufden Befruchtungsmoment eoncentrirt ist, denn schon vorher ist ja die mütter-liche Natur in ihm niedergelegt, ja noch mehr, es gehen mit der Natur derMutter in der Entwicklungsgeschichte der Art liegende, in den früherenGenerationen noch nicht erfüllte Möglichkeiten auf den Keim über, welchebeim Anfang des neuen Individuums zur Geltung kommen, in die Dispositiondes Keims vor oder doch unabhängig von der Befruchtung aufgenommenwerden können. Im Bereiche der geschlechtslosen Fortpflanzung bietet unsdie Erscheinung des Generationswechsels ein Analogon, ein Beispiel, wiedie in der ersten Generation nicht zum Ziel geführte Lebensaufgabe vonTochter- und Enkelgenerationen aufgenommen und weiter geführt wird.Ähnliches liegt auch der Idiotypie in der geschlechtlichen Fortpflanzung zuGrunde, welche, wie ich früher zu zeigen gesucht habe, vorzugsweise aufder weiblichen Seite ihre Grundlage hat (S. 224). Die bekannte Erfahrung,dafs die veredelnden Einflüsse der Cultur bei Pflanzen, die Wirkungen der