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seichecke Ist auch die Grenze zwischen dem salzigen seewasser und dem gemischten was-»ser, aus Flufs - und Seewasser bestehend. Deswegen heifst auch diese Einfahrt daszeegat (die seemiindung) , wenn das breite wasser vor cuxhajen die Elbemündunggenannt wird. So ist ferner die Grenze zwischen dem watt und dem strande ander östlichen ml ne der Insel vlieland(y. 45.) sichtbar; vor dem Dorp ist es matt, und ge-gen des Dilne ist es ein Strand. Doch ich will nicht mehr rocalitäten anführen, genugein jeder Naturforscher wird bey seinen Reisen an den misten auf diesen umstand ge-achtet; sicher die Grenze des Strandes und des wattes entdeckt haben. Wichtig mufses ihm gewesen seyn, sich diese Fragen aufzulösen: wie entsteht denn dieser schlick,wie entstehen diese W'atten , diese Marschen? S. s. 125. Man findet übrigens über dieMarschen viel Lehrreiches in Tetens Reisen in die Marschländer an der Nordsee; in neluc’s»riefe über die Geschichte der Erde Br. 121. bis 525; in Hunrichs neich -, siel - undSchiengenbau I. ih. s. 1. bis 34; in Berkheys natuurlyke Historie van Holland und inder Beschreibung von ostfries - und flarrlingerland von Freese. Berkhey sagt im a.w. 2. t. p. 341.: Der salzklay (welcher einen Bestandtheil einiger Marschen ausma-chen) ist blau von Farbe; ein ft. enthält 6 Drach. Salz.“
Anders, wie vor Holland , ist das vorufer des Meeres an dem canal (la manche)von navre bis Dünkirchen beschaffen. Es besteht nämlich aus strandkiesein (galets)von dem das ufer bildenden Kreidefelsen (ralaisen), der sich entweder durch das An-schlägen der wellen, oder durch das in seinen Ritzen eingedrungene Wasser ablöst.Diese Strandkiesel nehmen von navre bis Calais an Gröfse ab, und werden endlichbey Dünkirchen in Sand verwandelt, weil die aus dem ocean kommende, und durchden canal strömende rluth dieselben fortrollt, und das Kreide - Fels ufer oder die ra-laisen mir an der miste der Normandie stehet. Ich habe auf meiner im Jahre 1800,längs dieser miste gemachten Reise, aus allen Hafen solche strandkiesel mitgenommen,und die Abnahme, von ihrer Gröfse sehr deutlich bemerkt. Sie haben 3 bis 6 zollim Durchmesser, und lagern sich bey der Meeresstille in einer convexen Böschung, de-ren Hohe sich zu ihrer Basis wie 3:1, an einigen stellen wie 12 zu 1 verhält. Dochich werde auf die Natur der Küste von der Normandie bey der Beschreibung des Ha-fens von riavre noch einmal zurückkommen und beziehe mich hier nur noch auf denS. s. 12 Q. 5 wo ich von der wirkungsart der wellen das wesentlichste angeführt habe.
§. 6. Die seeuferbauwerke oder seewehren haben gewöhnlich drey Benennun-gen, wenn man auf die provinzial - Benennungan nicht achtet. Es sind a) nribbenoder HÖfter, die von dem eigentlichen ufer, über die watten, dem strande oder gleichüber eine Tiefe, abgehen, b) Böschungswerke nennt man diejenigen uferwerke, wel-che den Fufs - des see - Deiches unmittelbar ausmachen. c) Parallel ~ werke laufenmit dem seeufer fast parallel. Alle diese werke müssen — ihrer construction nach—- so beschaffen seyn, dafs sie ihren Feinden, die sie unaufhörlich zu zerstören trach-
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