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ümlaufung des sauwei'kes erwarten müfste. Da von Cherbourg bis cuxhaven die ge-wöhnliche springfluth über die tägliche oder ordinäre, zwey Fufs steigt, so würde ich,um mittelst den HÖftern, den gröfsten hydraulischen Effect hervorzubringen, und derZerstörung oder dem Angriffe des seeufers zu begegnen, das Intervall zwischen derordinären iluth und der ordinären Ebbe in sechs gleiche Theile theilen, und dieSpitze der nöfter einen solchen Theil über die tägliche Ebbe; die Wurzel aber einensolchen Theil über die tägliche rluth legen. Jedoch nur in dem Fall, wenn ein sol-cher Theil bis zur ordinären springfluth hinauf geht; denn diese sollten die seeufer-bauwerke an der Wurzel immer erreichen. Da, wo das Intervall grofs ist, ist auchdie Geschwindigkeit des rluthstromes gröfser, als wo es geringer ist. Dieses ist alsodie wesentliche Ursache, welche die höhere Lage der Bauwerke, bey höherer iluth,nothwendig macht. Geht das nöft weit ins Meer hinein, so hat auf desen Hohe auchdie oeconoinie Einflufs: wenn es nämlich bey der ordinären Fluth keinen Strom zwischensich und dem ufer gestatten soll, so mufs es wenigsten ander Wurzel a (f. 8 . t. 50.)die ordinäre rluthhöhe erreichen. An seiner spitze mufs man noch bey der Ebbe ar-beiten können; also ist diese spitze b nicht niedriger als die tägliche Ebbe zu legen.Soll es einen sanddeich beschützen, so wird es gut seyn, dessen wmrzel a etwa 2bis 3 schuh über die ordinäre Fluth und seine Spitze der ordinären Ebbe gleich ziimachen. Je höher die ordinäre Fluth steigt, desto mehr mag man beyde runcte aUnd b erheben, um mit der Arbeit, die zur zeit, wenn es ebbt, geschieht, nicht zulange einhalten zu dürfen. Wird die Neigung der Oberfläche a b sehr beträchtlich genom-men , dann werden nicht nur die Brandungen stärker» sondern es wird auch zu viel.Strom nach der spitze hingewiesen, der alsdann leicht vor ihr die Tiefe vermehrenkönnte. Was aber die Höhe der Hafenwände anbetrift, so hängt diese gar sehr vonden herrschenden winden und von der Lage des Hafens, in Rücksicht der see ab. Imallgemeinen wird diejenige wand höher gemacht, die auf den stärksten wind und ge-gen das Meer liegt. Auf ein von der spitze gegen die Wurzel steigendes HÖft müs-sen nun die wellen allmählig auflaufen, und so wird ihr Angriff auf das HÖft und dasSeeufer geschwächt, weil die Queerschnitte der wellen gegen das Seeufer zu immer klei-ner werden, und ihre Kraft allmählig durch das Aufrollen auf eine schräge Flächeaufgehoben wird. Müfste ein HÖft von einem niedriger, als ich die Hohe der Wurzelbestimmt habe, liegenden vorlande oder Grooden abgehen, so wird über ein solchesniedriges Vorland bis zum Deiche das HÖft verlängert, und zwar nach der construc-tion der strandhöfter s, s. 470. zum Theil in den Boden hineingelegt werden müssen.
§. 9 . Von den Böschungen der seeuferbauwerhe. Gegen die auflaufendenwellen hohe und steile HÖfter zu erbauen , ist meines Erachtens, wie ich bereits im6 . $. anführte, zweckwidrig; denn wie können sie wohl die saaren, Brandungen oderdie auflaufenden wellen, in ihrem Angriffe schwächen und abmatten, da doch die Na-tur der wellen das nicht zuläfst, und uns alle hohe vertical stehenden HÖfter und See»
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