Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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rjfer das ocgcntheil zeigen? Denn je steiler das seeufer ist, desto heftiger schlagendie wellen gegen dasselbe hoch auf, und wirken auf das Meer zurück, so dafs sie eine, Tiefe vor dem seeufer verursachen und keine Erhöhung des vorufers zulassen. Auchjeder sandigte Strand ist uns ja schon davon Beweis genug: dafs man den wellen sowie dem rluthstrom nur sanft ablaufende werke entgegen setzen mufs , wenn andereRücksichten, als die geringe Tiefe und weite der Hafenstrassen es nicht verhindern.Man sollte daher den seeuferbauwerken die möglichst gröfste Böschung geben. Diefswird auch durch die Friesischen- (t. 55.) seeländischen und mehrere seeuferbau-werke begründet, weil dieselben unaufhörlich, ihres verticalen Standes wegen, be-schädigt werden. Dagegen halten sich die niedrig liegenden und flach ablaufendenwerke westlich ooederede, die Buschsteinwerke beysGravesande (t. 40.) die bey ret-ten (t. 42.) und Nieuwendiep (x. 48.) vortreflich! Es ist daher wahrlich unerklärbar,welche Gründe einige seeuferbaumeister haben, wenn sie fortfahren, steile Holzwän-de, die überdies höchstens nur ein halbes Jahrhundert ausdauern können, anzulegen.Sie ahmen solchen Flufsbaumeistern nach, welche in grofsen und sclnfellen Flüssen,an den concaven ufern, vor denen die gröfste Tiefe und der Stromstrich liegt, per-pendiculäre werke, ohne Böschungen, erbauen, und solche wohl bis zur Mitte derBahn, selbst, ohne Böschung der spitze des Werkes, aufführen. Bauwerke, welche nichtnur die Tiefe des Bettes vermehren , also den Angriff des Stromes auf das concaveufer, welches sie beschützen sollen, verstärken; sondern die auch der Eisgang zerstört, undderen stelle man nach einigen Jahren nur mit Hülfe der stromkarte finden kann. Wannwird man solche, den Staaten kostbar fallende Methoden verlassen? Sie werden wohlso lange ihren rlatz behaupten, bis die Natur der Flüsse und Fluthströme sowie die Wir-kungen, welche die angelegten Bauwerke heryorbrachten, näher gewürdigt werden.( Wir sehen auch nach den heftigsten seestürmen und hohen sturmfluthen, dafs dersandige Strand in seiner grofsen Böschung, ohne Auswühlungen erlitten zu haben,liegen bleibt; dafs hingegen die steilen HÖfter, von welcher Gattung Materialien undmit welcher Sorgfalt sie auch erbauet seyn mögen, beschädigt werden.

§. 10. Von der Form der seeuferbauwerke will ich Folgendes anmerken. Diesewerke sollen nämlich dem Strome, den Eismassen und dem Wellenschläge den mög-lich geringsten widerstand darbiethen, das heifst: man mufs denselben eine solchesanft ablaufende und abgerundete Oberfläche nach allen Seiten hin geben, als es dieoeconomie , die Ausführung in rraxis, und die hydrotechnischen Absichten gestatten.Von dieser anfänglich schwierig scheinenden Aufgabe ist die Auflösung sehr leicht,wenn wir uns anders von den Wirkungen der Natur belehren lassen wollen. Wirsehen nämlich, dafs der slrand, nicht das vfer (*), aus dem feinsten Sande be-

(*) Auch nicht die r.evettern eins oder uferbefestigungswerke; denn bestehen diese aus blofsc-n steinen, soerhalten sie eine convexe oberfliiehe, wie diefs die werke zwischen Medenblhk und Enkhuysm be-weisen.