Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Ö3T

Wenn nun erwogen wird, dafs eine Unternehmung auf England nur dannglücklich ausfallen dürfte, wenn zwo grofse, die Flügel der Landungs - Escadre bilden-de Flotten der englischen Küste so nahe, als möglich, stationiren ; dafs Brest vomcanal zu weit entfernt liegt, und diese zwo Flotten der Landungsflottile zwischensich einen grofsen Raum lassen müssen, um die feindlichen Flotten auseinander zuziehen; so rnufs die französische Regierung, die Wichtigkeit von cherbourg undvom Maarsdiep erkennen: denn um von Brest bis zur englischen KÜste zu gelangen,bedarf es eines andern windstriches, als den, der die Landung begünstigt; die zumleichtesten, während eines mäfsigen nicht zu dichten Nebels zu bewirken ist; auchfindet der von Brest kommende Seemann an dem cap de la Hougue, oder vielmehran der Raz - ßlanchard und dem cap von Barfleur Gegenstände, die bey wenig wind-strichen umsegelt werden können. Ferner ist der Besitz (von englischer Seite) derInseln von Guernsey und Jernesey für Frankreich nachtheilig. Die erste Insel hateinen Hafen, dessen Eingang eine weite von Ö8 schuh, und dessen nafendämme 3 5schuh hoch sind; bey der letztem Insel liegt eine weite Rhede, 'die für grofse schif-fe sehr bequem ist, und eine Tiefe von 15 bis sechszehn englischen Faden hat, undowen’s Bay heifst. An diesen beyden Inseln ist der unterschied der Ebbe und Fluthbey springfluthen 28 — 30 Schuh, bey ordinären springfluthen aber nur 12—15Schuh, also 7 bis 10 schuh weniger, als vor cherbourg . Englische Flotten, diebey der einen oder andern Insel vor Anker liegen, können nun vereinigt mit einerFlotte von rlymouth den Eingang der französischen, aus dem ocean, d. i. von Brest ;kommenden flotten, in den canal, verhindern. Also scheint Brest nicht so wichtig,als cherbourg , in Hinsicht der Unternehmung gegen England, zu seyn.

Der unglückliche Vorfall von la Hougue (am 2Q. May 1692), wo Tourville,ausgerüstet, mit allen Eigenschaften eines trefflichen Admirals, der stärkern englischen Marine, bey dem Mangel einer sichern Rhede , nicht entgehen konnte, die zwey Jahrezuvor geschlagen worden war, und siebenzehn schiffe eingebiifst hatte — belehrte Lud-wig den xiv., dafs die vertheidigung und Anlage der Seehäfen am canal von Frank-reich vernachlässigt worden sey; dagegen England seinen Handel den vortrefflichenHäfen am canal verdanke. Er wollte diesen Fehler verbessern, und sandte den Mar-schall raub an zur Untersuchung der nüste der Normandie . Dieser grofse Mann, dieRücksichten der Politik eben so wie die der Ingenieur-Wissenschaften umfassend,liefs bey la Hougue einige Batterien anlegen, wovon noch ein Thurm, und das grofseHospital vorhanden ist. Kaum war derselbe aber in cherbourg angekommen, als erdie Minister auf die Wichtigkeit der cherbourger - Rhede , auf ihre gute Eigenschaft,zum Angriff und zur vertheidigung, so wie zur Beförderung des commerzes, aufmerk-sam machte; er bewirkte die Anlage des Bassins (Tab. 58.); ja vauban nannte cher-bourg den Bergeplatz des canals. Aber bald verdrängten vierzigjährige Kriege, sowie das verderbliche System von Law, und die schwäche des Gouvernements, diese