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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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zirk) durch Damme und schleusen abgeschlossen ist. Das wasser, welches sich inden canälen der umdeichten Austrocknung oder des Polders sammelt, oder daraufgemahlen wird, heifst auch noch das polderiva&ser. JVasserkehrungen ( waterkerin-gen) nennt man in Holland kleine stauschleusen; schleusen mit Fallschütze, oderauch wehre: so werden zuweilen die gröfsern schleusen, Rollbriicken und anderedas profil zu viel verengende Brücken, wasserkehrungen genannt!

Die kleinen hölzernen Kammerschleusen, welche die Hauptbusen von denjenigeninnern canälen oder Leitbusen, die zur Schiffahrt dienen, und welche canäle auchraarten genannt werden, abschliefsen, heissen holländisch verlaate.

Die wachtthüre, das ist ein aus einem Flügel bestehendes Thor, welches eincanalstiiek absehliefst oder vor einer Schöpfmaschine steht, hält das wasser des obernCanals von dem des untern ab, und steht also in jenem canal vor der wurfradmiihleoder den schöpfinaschinen aller Art. Sie vertritt öfters die stelle der kleinen see-schleusen. Ihre obere Kante darf nicht höher, als das höchste wasser des Hauptbu-sens seyn, und die Bestimmung der nöhe von den wachtthüren ist sehr nothwen*dig, welches wir noch bey Hollands wasserstaat sehen werden.

§, 43. Alles, was ich nun von der Entwässerung gelehrt habe, ist auf die Aus-trocknung anwendbar. Ich komme daher zur Auswässerung! Diese ist weit schwie-riger zu erhalten , als die Austrocknung und Entwässerung zu bewerkstelligen. Siesteht, wie wir sehen werden, mit einer guten Leitung der Flüsse und mit der Deichs-oeconomie in Verbindung , kurz sie umfafst auch die circulation des Binnenwassersoder den Innern-frasserstaat eines von canälen durchschnittenen Landes, welchesohne Auswässerung nicht bestehen könnte, wie denn Holland ein solches Land ist.

Ich glaube indessen, die Grundsätze, worauf eine zweckmäfsige Auswässerungberuht, nicht wiederholen zu dürfen, da sie die nämlichen sind, die bey der Ent-wässerung auf'gestellt wurden, und es kömmt dabey vorzüglich auf Beyspiele an, dieich in dem zweyten Abschnitte aufstellen werde. Diese Materie wird daher, je nach-dem did verschiedenen Auswässerungen raisonnirend dargestellt werden , ein Licht überdie mannigfaltigen Rücksichten, die der Ingenieur bey ähnlichen Anlagen beobachtenmufs, verbreiten !

§. 44, Aber nicht nur das gewöhnliche Schnee - Quell - und Regenwasser mufsder wasserbaukundige aus den eingedeichten Bezirken oder vom Innern eines niedri-gen rlufs - und seelandes fortleiten , sondern zuweilen auch die durch Deichbrücheoder militärische Operationen darin eingetretenen grofsen wassermassen. Sie müssenin der möglichst kürzesten zeit abgezapft werden, um den Boden wieder zu gebrau-chen! Dieser zweck kann mit den vorhandenen schleusen nicht erreicht werden und manist genöthigt: die Deiche, in denen diese schleusen liegen, durchzugraben. In einemDeich, der aus guter Erde besteht, läfst sich aber im Winter eine solche nurchgra-bung, des Frostes wegen, der in die Erde gedrungen ist, nur mühsam und in meh-

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