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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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alsdann aber heisseg sie Schlitzgräben. Man macht deren so viele , als nöthig sind,um über den Bewässerungsbezirk hin das Wasser zu flöfsen. Weder ihre Anzahlnoch ihre Entfernung läfst sich im Allgemeinen bestimmen, welches bey jedem nocalverschieden ist. Kurz es müssen so viele Wassergräben angelegt werden, dafs derBezirk überall einige zoll hoch mit wasser überflöfst wird» ' Aus den Schlitzgräbenwerden seitwärts mehrere Furchen gezogen, über den Bezirk hin, und dann steht injenen auch ein stauschütz; zuweilen wird darin blos ein Däinmchen von rhonerdeoder schlickerde aufgeworfen. Die wässerungs - oder sehlitzgräben werden baldnach dieser bald nach jener Richtung gezogen, bald laufen von einem wässerungs-graben mehrere kleine Gräben, als Aeste und zweige, ab. Immer müssen sie aber so.gezogen seyn, dafs der gesammte Bezirk beflöfst wird; dessen höherer Theil, mittelstmehreren Schlitzgräben, als der niedrige, weil er trockener ist!

Ist das Terrain nicht sehr steril, so kann man sich blos mit dem aus dem Be-wässerungsgraben überflöfsenden wasser begnügen , ohne gerade den ganzen Bezirkmit wasser zu bedecken. Auf diese weise werden die wurzeln, der Gräser ange-feuchtet, mit süfsem frischen wasser. Zu dieser Methode wird die eine Grabenwand,worüber das wasser laufen soll, niedriger als die andere gemacht, und mit oefnun-gen versehen; im Bewässerungsgraben sind dann gleichwohl stauschütze nöthig , di©das nocal selbst bestimmt.

Der Abhang des Hauptwässerungs-Grabens soll, nach nclidor, die Hälfte von demAbhange des Flusses, aus dem er gespeifst wird, haben; andere wollen ihmund mehr von der Länge geben. Gewifs ist auch hier ein so grofser Abhang nuräufserst selten zu erhalten, denn die gewöhnlichen Flüsse haben einen weit gerin-gem. Wenn er der Länge beträgt, so wird das wasser noch mit hinreichen-

der Geschwindigkeit fliefsen *). Diese Geschwindigkeit richtet sich aber nicht alleinnach dem Abhänge des Grabens, sondern nach der flöhe des den Graben speisendenflusses; nach dessen Geschwindigkeit und nach der weite und Tiefe des Grabensselbst. Man nivellire nur die Gegend richtig, und suche dann den Abhang des Haupt-Bewässerungsgrabens auf dessen gesammte ränge zu vertheilen. Hat man des Was-sers wenig, so wird der Graben nicht weit gemacht. Seine gröfste weite sey 4 bis5 schuh, damit seine stauschleusen und dessen Reinigung nicht viel Kosten verursa-che. Auf diese weise wird das wasser also auf den gesummten Bezirk vertheilt.

Damit das wasser der Bäche in den Hauptwässerungsgraben geleitet werden kann,so mache man auch Wasserschwellungen oder wehre, in den Bächen selbst — bewegli-

) Bej dieser Bestimmung setze ich voraus, dafs es nicht an Zuttufs fehlt, und dafs der Bewässerungs-graben rein gehalten wird. Ist der Speise - Cjtixl .oder der rlufs nicht stark, so mag man den Abhangdes Bewässerungsgrabens zu vergröfsern suchen , wenn es möglich ist. Doch das Terrain und Local ent-scheiden , und es kömmt tun- darauf an, die aufgestellten Grundsätze auf die befstmöglichste Weise inAusübung zu britigen.