236
aber auch für die Zukunft äusserst wichtig sind, gebt aus der Betrachtung hervor,welche darin besteht: dafs jede vorgröfserung von den Profilen der seemiindungenfür den wasserstaat von Holland und insbesondere für den von Nordholland (s. i. b,s. 511 .) äusserst nachtheilig sind!
Was die zwote Frage anbetrifft, so merken die Sachkundigen an: „dafs das Al-te -Land sich allmählig unter die ordinäre Fluth, seit den letzten drey Jahrhunder-ten, in jedem seculo 1^ Fufs gesenkt habe, und dafs es vor etwa 300 Jahren einevollkommene natürliche Auswässerung hatte , nachher erst eine mangelhafte erhielt.Ohne zweifei würde diese auch verloren gegangen seyn, hätte man nicht die schöpf-radmühlen im Jahr J 540. erfunden.,,
„Anfänglich konnte dasj Binnenwasser mit wenig wühlen aufgebracht werden,so wie sich aber das Alte - Land und mit ihm (wie natürlich) die Oberfläche des Was-sers in den canälen senkte, ward die Auswässerung beschwerlicher, ja kostbarer.Diesem sinken des Alten-Landes und der Busendämme, so wie der Beschränkung undVerschlämmung von den Busen selbst, mufste man also vorzüglich den schlechtenZustand des nordholländischen Binnen - wasserstaats zuschreiben. Daher auch, dieErgiefsungen von dessen Busen über die Kadeiche zur winterzeit „ !
Um ein Nivellement bewerkstelligen zu können, transportirten sie, bey absolutstillem weiter, und wahrscheinlich auch, bey dem Stillstände des y’s , den Nullpunctdes Amsterdamer Pegels an die Duykerschleuse bey zaanredam; liefsen alle auswäs-sernde schleusen schliefsen, und gestatteten kein Aufmahlen des wassers der schöpf-mühlen von den seitencanälen aus. Sie trugen zugleich, vermittelst dem in dem .Busenstillstehenden wasser, den Amsterdamer pegel nach Alkmaar , cnollendam; kurz, nach20 verschiedenen orten. Auch bey Raaxmaats - Busen stellten sie peilborte (wasser-marken) auf. Nachdem sie diese Vorarbeit verrichtet hatten, so maafsen sie die Ho-he von 104 waehtthüren von den wurfradmühlen und die Hohe der Drempel vonden zwischenschleusen *). Diese Untersuchungen füllten weitläufige Tabellen, vondenen ich eine Abschrift'besitze. Die Resultate sind diese: a) Auf schermeers - Bu-sen beträgt die mittlere Hohe der sohle von den waehtthüren der hundert sech wurf-radmühlen 13fff zoll Amsterdamer pegel. Die niedrigste Hohe der sohle von denwaehtthüren auf Raaxmaats - Busen war 18-ff zoll Amst- pegel. Es ist also durchaus
*) Ich würde der durch Anschwellung des Wassers gefundenen Neigung keinen hohen Grad von Genauig-keit beymessen, sondern dieselbe lediglich mit einem guten Niveau bestimmen. In der rhat ist es aucheinleuchtend, da[s das Wasser in einem engen und verschlammten Canal höher durch eine Schwellungzuriickgestauet werden mufs, als in einem gereinigten , weil da das Wasser wenigen Druck gegen dasuntere ausüben kann, welcher iiberdem von den vielen Unebenheiten des Bettes und der Adhäsion anden mit Schilf, Wurzeln und nohr bewachsenen Wänden verringert wird; auch sehen Wir ja, wie da*trübe Schlammwasser sich an den Wänden der cefässe anhält, und keinen Horizontalstand hat.
Es scheint mir also zur gründlichen Untersuchung des sxordholiändischen - Wasserstaats ein genaueresNivellement, als bis jetzt verrichtet ist, nöthig zu seyn.