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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Das vermögen der Salzach , womit sie das aus kleinen Kieseln bestehende Ma-terial fortführen (s. x. b. s. 100.) und das Bett vertiefen kann, wird aber um dasdoppelte zunehmen, wenn man ihre Hochgewässer zwischen zwey Dämmen, wie wei-ter unten vorgeschlagen wird, einschränkt, und indem man die in diesem Flusseeintretenden wildbächen spitzwinkelig mit denselben leitet, und ihr Material durchxhalsperren den Ausgang aus den Gebirgen, zurück hielt, werden die Ursachen derErhöhung seines Bettes aufgehoben.

§. 132. Eine andere Ursache der Versumpfungen, die wir zwischen dem zeller-see und caprun antreffen, liegt darin :

1.) Der aus den Gletschern der Gebirgskette des Glöckner kommende wildbachcaprun fällt bey e in den salzachflufs; seine Geschwindigkeit so wie seine grofseWassermasse übersteigt öfters die der Salzach , und so wird dann das Gewässer diese»letztem Flusses zurück gestaue’t. Indem die Geschwindigkeit der Salzach retardirtwird, bleibt das material in ihrem Bette liegen, welches sich jährlich erhöht, unddaher die Hochgewässer über die uferlande sich nach dem zeller - see ausbreiten.So war z. b. vor drey Jahren der Caßrunerbach so mächtig , dafs derselbe seinerMündung gegenüber das linkseitige ufer der Salzach durchbrach , und bey / (siehedie Karte) einen wirklichen Grundbruch verursachte, und in den zeller - see sichergofs. Ueberall wo er sein kaltes Wasser ausbreitete, das gar keine fruchttragende Theilemitführt, erstarben die Gräsereyen, und noch jetzt sieht man hievon die spuren!Dieses einzige Factum spricht daher die Schädlichkeit einer Ausleitung des Salzach -und des capruner - wassers zugleich in die sümpfe zwischen dem zeller-see undder salzach deutlich aus. Wiewohl dasselbe dort bekannt ist, und jeder oeconomes weifs : dafs man die Gewässer derer aus den Gletschern kommenden w ildbächennicht um Anschlämmungen oder Bewässerungen zu bewirken , in die sümpfe einlas-sen , oder über wiesen und Viehweiden führen darf: so hat dennoch Jemand neu-lich den sonderbaren Vorschlag gemacht: den Theil der Versumpfungen des pinzgauesvon caprun bis zum zeller - see, mit dem Material des wildbaches caprun anzu-schwemmen, und dessen Gewässer selbst über die Viehweiden und wiesen zu führen,worin dieselben austreten, wenn man sie in die tiefe Sumpfbezirke einläfst. EinVorschlag, welcher von der oberflächlichsten Ansicht der Gegend und den Grund-sätzen der W'asserbaukunde wiederlegt wird: denn überall wo das kalte Gewässerdes capruner - saches austritt, sind die Gräsereyen erstorben, oder es sind sumpfeentstanden. Eine -rhatsache, wovon sich jedermann durch die Besuchung der Gegendzwischen dem salzachflufs, dem caprunerbach und Mair - Einöd (Tab. 103. Fig. 1.)überzeugen kann.

Wie schädlich übrigens die Benutzung der aus Gletschern kommenden und überKalkkiesel fliessenden wildbäche oder Bergflüsse zu Anschlämmungen und Bewässerun-