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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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§. 135. In der salzach selbst sind aber keine neue uferbauwerke weiter auf-wärts anzulegen, als nur die bestehenden von den uferbewöhnern zu verbessern undzu erhalten, wozu dieselben verbunden sind. Sie hat nämlich eine ziemlich regu-läre Bahn.

$• 13Ö. Wiewohl der Abhang und die Geschwindigkeit der salzach sehr bedeu-tend ist, indem die letztere zwischen Mittersill und Bruck, d. i., auf eine Länge von831QO Schuh, 5/07 schuh in der secunde beträgt, (man sehe die $. 126. mitgetheil-ten Resultate der Geschwindigkeitsmessungen) wenn der wasserstand nur 5 zoll überden niedrigsten steht, und die Neigung sich zur Länge wie 1 : 854 verhält, sokonnten doch bis jetzt die Hochgewässer das Flufs - r.iateriale nicht fortwälzen. Eshaben näm’ich die flachen ufer, welche nur 3 bis 6 rufs, 11 zoll über den niedrig-sten wasserstand des Stromes liegen, die Hochgewässer nicht in der Flufsbahn er-halten können, weil der höchste stand der salzach bey mittersill 6 Fufs, 11 zoll,bey Niedersill 7 rufs, und bey Bruck 9 Fufs, 10 zoll über den niedrigsten gestiegenist. Sonach mufsten dieselben seitwärts auf die uferlande sich ergiefsen, welche ineinem und demselben Querschnitte des Thaies niedriger als die salzach liegen. Hier-durch wurde nun die Geschwindigkeit in der Flufsbahn geschwächt. S. 1 . b. s. 5Ö8.So wie aber diese abnahm , mufste das seit sich immer mehr erhöhen, und so wiedieses emporstieg, traten die Hochgewässer früher aus. Es wechselten daher, wel-ches so oft bey physischen Gesetzen der Naturkräfte der Fall ist, die Ursachen undWirkungen 1 Daher entstanden denn diese Ungeheuern Versumpfungen , und es warbey dem Mungel der Entwässerungs - canäle und bey dem umstände, dafs die wild-bäche sich nicht spitzwinklicht mit der salzach vereinigten, sehr natürlich, dafs dasBett dieses Flusses von zeit zu zeit höher ward, und die Versumpfungen sich ver-gröfserten, zumahl der Eintritt des sumpfwassers in die salzach versperrt war.Diese Darstellung und der umstand, dafs die sümpfe unter der Oberfläche der salz-ach liegen, macht demnach die Vorsicht nothwendig, alle auf der Karte Tab. 103.puhctirten Entwässerungs - canäle , so viel flufsabwärts als möglich, oder als die Lageder sümpfe gegen die Oberfläche der salzach , es erfordert, zu verlängern, um ihrenAbhang , Neigung und Geschwindigkeit, folglich das vermögen , die sumpfgewässeran sich zu ziehen, zu vergröfsern, das ist, die Austrocknung der sümpfe zu be-wirken.

Hieraus geht demnach hervor, dafs kein Vorschlag so sehr den Grundsätzen derrlufsbaukunde entgegen ist, als derjenige, welcher von Jemanden gemacht wurde,und darin besteht, dafs man das salzach - Bett von Gries bis Mittersill regelmäfsigdurch Maschinen und sandpflüge vertiefen müsse, als wenn hiedurch die hier aufge-gestellten Ursachen, welche die Erhöhung des salzachbettes hervorgebracht haben,entfernt würden ! Gesetzt, man hätte die salzach hundert schuh vertieft, würdenalsdann nicht die sich jetzt in diesem Flusse fehlerhaft einmündenden wildbäche