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Die t eutschen wechselten mit hölzernen rfahlbriicken, Hängewerken und stei-nernen Brücken ab ; da sie aber stets auf die Bildung ihrer Ingenieurs so wenig ver-wendeten und den Bau grofser steinernen Brücken, in dem letzten Jahrhundert ganzvernachläfsigten: so können sie sich wenig kunstreicher Brücken rühmen, selbst dieBrücken von Dresden, Prag, Regensburg, Frankfurt und wiirzburg sind weit vonden Regeln der Wissenschaft und ästhetischer Schönheit entfernt. Gleichwohl hatTeutschland eine der ersten gewölbten Brücke nach einem flachen Kreisstück (zu ider Höhe), die aus einem 90 schuh weiten Bogen besteht, aufzuweisen; der Bau-meister carln hat diese kühne und schöne Brücke, in Nürnberg (15Q8), erbaut.Diese sogenannte Fleischbrüche (Tab. 131.) ist also bis jetzt das einzige teutscheKunstwerk der Art und eine der merkwürdigsten aus einem so flachen Kreisstück inEuropa erbauten Brücken.
In der Schweiz suchte man die breiten reissenden Flüsse mit grofsen einenWald von Bauholz erfordernden aus Hängwerken bestehenden Brücken zu überspan-nen, und die jüngsten Brücken dieser Art, so wie die ohnweit st. Gallen in zweyBögen, jeder zu 70 schuh Weite, 1811 aufgeführte steinerne Brücke, entsprechendem jetzigen Zustande der Brückenbaukunde nicht.
Die Engländer stets bereit und reich genug: grofse Werke auszuführen, dievorzüglich den Gufs des Eisens zu einer Vollkommenheit gebracht haben, errichteten inLondon die Westminster-Brücke ( 1739), früher (117Ö) die London -Brücke und später(17Ö0) die Blacfriars - Brücke (Tab. 129.) von Steinen, und in der letzten zeit ei-serne Brücken. Diese sind auch die Veranlassung zu neuen Ideen gewesen. Da inEngland nicht ein so grofser Ueberflufs von Steinbrüchen als in Frankreich ist, sohat man die Menge des Eisens öfters als in andern Ländern zu Brücken benutzt.Indessen haben die Engländer einen 140 Fufs weiten Bogen (aus Ziegeln) über denTafflufs erbaut, der aber von den grofsen Bögen, welche man in Frankreich frühererrichtet hat, übertroffen wird. England hat mehrere Brücken, selbst noch von derneuesten zeit, aufzuweisen, deren Bögen eine Halb-Elypse formiren, wovon die längsteAxe vertical steht, so dafs diese Bögen einen unbedeutenden Seitendruck ausüben,folglich keine Schwierigkeit in der Ausübung darbieten.
In Spanien und Portugal entfernte man sich anfänglich selten von dem Halb-kreise, so wie von den Gothischen Bögen, und gieng endlich bey den Brücken zuValencia (xab. 12Q.) über den Guadalquivir zu einer Kühnheit über, die ich nach-zuahmen nicht anrathe, indem die BogenhÖhe sich zur oeffnung wie 1 : 10 verhält;freylich beträgt diese letztere nur 40 schuh . Indessen haben diese Länder einigegrofse steinerne Brücken, aber der Bau grofser Bögen von Holz, wie ich sie inBaiern seit 180Ö ausführte, blieb ihnen, der unglücklichen zeit wegen, fremde.
§. 9. Die Italiener, welche die römischen Brücken, dann die gothischenBögen, als Muster wählten , construirten anfangs Halbkreise, dann gothische Gewölbe,