2&5
Kreisstucke und endlich gedruckte und 1 seitwärts- ausgebauchte Bögen , das sind Korb -bögen, von deren Construction im 5ten Capitel gehandelt wird, Die Brücken zuMailand, Pavia, verona, Venedig und Florenz geben hiervon Beyspiele. Unter allenneuern Brücken Italiens sind die merkwürdigsten: die gedeckte zu Pavia , die Marmor-Brücke zu Florenz , die grofse Brücke zu Verona und von nialto zu Venedig, , undzum merkwürdigsten die Brücke st. Trinita zu Florenz (Tab. 12Q. )• Dieselbe hat■ nämlich sehr gedruckte elyptische (Korb-) Bögen, wiewohl sie, aufser den stirnbö-gen,. mir aus Bruchsteinen erbaut ist. Sie ist auch die erste Brücke mit solchengedruckten Bogen in Europa , denq sie wurde 1251 errichtet (schramms Schauplatzder merkwürdigsten Brücken Seite 22-6 ). Die Italiener sind also allen Nationen imBau der steinernen Brücken als Muster vorangegangen , welches, bey ihren geschick-ten Steinmetzen dem vortrefflichen Materiale und dem Flor der Baukunst, möglichwar. Indessen werden ihre Brücken, was die Gröfse der Bögen und die Schönheitanbetrifft, gegenwärtig von den Brücken Frankreichs bey weitem übertroffen.
Bey hölzernen Brücken- entlehnten die Italiener die Construction von den Dach-siühlen; sie haben die Iiängwerksbrücke des Palladio bey Bassano „als ein Muster be-trachtet, wofür sie auch die neuesten französischen Schriftsteller (Rondelet und Gau-they) ausgaben , wiewohl dieselbe weder Dauer noch Stärke hat, und überdies vonallen geschmackvollen Aeufsern entblöst ist; Mängel, welche die Hängwerke der Schweiz an sich tragen ! Auch war bey der Brücke von Bassano ein Hängwerk überflüssig :denn die Brenta ist hier nur 180 Fufs breit; und diese Breite ist in fünf Jochfeldereingetheilt, so dafs Jedes nur 3Ö Schuh mifst; eine Weite, die man, wenn dieBrücke vom schwersten Fuhrwerke befahren werden soll, nur mit acht 14 zoll di-cken strafsenträgern zu belegen hat, wie ich denn hierüber an den Brücken vonBaiern hundert Beyspiele anführen könnte ! Nur im Königreiche Neapel ist meineConstruction der hölzernen Brücken eingeführt worden; im Jahre 1810 wurde überden Bergflufs calore von den Ingenieurs malesci und Fazio eine solche Bogenbrückeerbaut, und nach dem Neapolitanischen Moniteur hatte der König verfügt, nur solcheBrücken über die Bergströme des Königreichs zu errichten.
Die Franzosen machen gegenwärtig iin Bau der steinernen Brücken allen Nationenden Vorzug streitig ,wie dieses die Brücken von Neuilll, Orleans , srantes, St, Edme zuNogent, Fontoise, st. waixance, noannes, Brieves, de la Drome, vizile, von Bellecour zuLyon und eine zahlreiche Menge von grofsen steinernen Brücken beweisen.- Ja esbleibt bey ihren steinernen Brücken wenig, bey ihren hölzernen und eisernen aberrecht viel zu verbessern übrig. Diese grofsen werke sind vorzüglich aus dem Um-stande hervorgegangen, dafs von Heinrich iv. das Corps der Ingenieurs des Brüeken-und Wegbaues' creirt wurde, dem späterhin ein ehrenvoller Wirkungskreis angewie-sen ward; welches man besondens im 18. nnd IQ, Jahrhundert gut besoldete und inden Fall setzte: grofse geschmackvolle Werke aufzuführen. Bereits zwischen demIII. Band. 34r