2 —. g, mit einem eisernen Schuh versehene pfähle, vor das Joch hinab, rammedieselbe 3 — 5 Schuh in den Grund und befestige sie an der Kronschvvelle des Jo-ches ; verstärke auf diese Weise das Joch selbst, so, dafs es dem Eisgänge wider-steht. Ist dann dieser vorüber, so hebe man diese Pfähle, welche man Eissteckenoder Eispfähle nennt, wieder heraus , damit das von den Hochgewässern des Sommersherbeygeführte Treibholz sich nicht daran anlege, welches , wie gesagt, den Stromaufhält, und dessen Angriff auf das Joch verstärkt. Diese Maafsregel habe ich beyden auf dem Inn stehenden Jochbrücken, mit dem befsten Erfolge, anwenden lassen.Auch ist es in kalten Wintern, sobald die Flüsse zugefroren sind, und auch im Som-mer, wenn die Flüsse hoch anschwellen, nothwendig, die gewöhnlichen Joch- undPfahlbrücken, oder auch die baufälligen Brücken {über die Kronschwellen, das ist überdie Joche) mit Steinmassen zu beschweren, damit dem auf die Joche ausgeübtenStofs begegnet werde. Diese Lasten werden nach dem Eisgänge oder Hochgewässerfortgenommeh , um den Brückenweg nicht zu schmälern. Ich häb.e dieses Mittel inBaiern bey vielen Brücken mit Nutzen angewendet. Jedes Joch in grofsen und schma-len Flüssen mag mit einer Last von 150 bis 200 Centner beschwert werden! Aufeinigen Brücken läfst man Steinkasten stehen , wie z. B. auf der Brücke von Magde-burg , welche dann ein Beweis von der schlechten Construction der Brücke sind, undden Fahrweg unbequem machen. Bey dieser Festung sollte, nach meiner Construotion, eine eiserne Brücke erbaut werden, die man leicht auseinander nehmen kann,
§. IQ. Die Anzahl der am obern Ende 12 bis 16 zoll starken pfähle einesJoches richtet sich nach der Breite der Brücke, der Anzahl und schwere des Fuhr-werkes und der Geschwindigkeit des Flusses. Man sollte nie unter 7 pfähle gebrau-chen, stets den obern und untern pfähl schräg einrammen, und sie, bey 2Ö y breitenBrücken, bis 13 vermehren, dann aber, wie gesagt, stromaufwärts und stromab-wärts 2 bis 3 pfähle schräg stellen. Doch nehme man an den vorhandenen altenJochbrücken kein seyspiel! Das in Fig. VU b xah. 119. dargestellte Joch, welchesvon der von odsar erbauten Brücke ähnlich ist, diene nur zu Interimsbrücken, wiederen über die Donau bey Vohburg, über die Vils zu vilshofen , und an andern Or-ten gemacht wurden, und welche man vor dem Eintritt des Eisganges heraushebt.Ihre Breite beträgt auch nur 14 bis 15 schuh .
§. 20. Sind die pfähle eines Joches eingerammt, so werden daran zapfengeschnitten, und auf diese pfahlreihe eine mit Zapfenöffnungen versehene schwellegelegt, ffie man in Fig. 4. und 5. Tab. 112. deutlich erkennt. Man nennt sie dieKron-neck-, auch jochschwelle. Sie sollte 16 — 24 zoll hoch seyn, aus Lerchen,Liefern, oder noch besser, aus Eichenholz bestehen, damit sie nicht in kurzer zeitfault, indem sie dem durch den Fahrweg dringenden negen oft ausgesetzt ist. Ausden drey ersten Holzgattungen sollten auch die Jochpfähle bestehen, aber die Be-schränktheit der Bauetats läfst diefs selten zu.