Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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§. 118. Nach eben dieser construction habe ich auch folgende Etlichen a«f-führen lassen, l) die ohnweit Göggingen , auf der strafse von vlm nach stuttgardt ,über die vlls (Tab, 122.) deren sogenweite 80' beträgt. 2) Diejenige, welche eineStunde von Freysingen über die Amper von 100 Fufs Oeffhung. 3) Die Brücke ander schütte, auf der neuen 1812 von Kempten nach Lindau angelegten Chaussee,von ÖO' oeffnung. Bey der ersten hatte man den Fahrtweg 24 zoll hoch mit Erdeund Kies beschwert,, und als sie sich unter dieser Ungeheuern Last von 3200 cent-ner, in ihrem schwächsten Theil, das ist, in den Schenkeln, 6 Zoll bog, glaubte man,dieselbe in der Mitte mit’ einem sechs Schuh dicken pfeiler unterstützen zu müssen.

Ich mag nicht die wahrscheinlichen Beweggründe weiter entwickeln , warum das

würtembergische chausse'e-Departement diese Maafsregel angewendet hat, denn wie-wohl ich den Bau dieser (in vergleich mit den übrigen Bogenbrücken) kleinen Brücke,den der saudirector Gries ausführte, nicht besuchen konnte, da ich damahls (180Q)sehr beschäftigt war, so bin ich dennoch von diesem geschickten Ingenieur überzeugt:dafs dieselbe mit aller Sorgfalt ausgeführt worden ist,

Beschreibung der über den nottßufs, ohnweit dem Inn und der stadt schärding180| in saiern erbauten Bogenbrücke. Tab. 105.

llQ. Der nottßufs hat daselbst, wo ich über denselben die Brücke erbaute,folgende Local - Eigenschaften. l) Er schwellt bey Regengüssen öfters in wenigenStunden sieben Fufs hoch an, und erreicht alsdann den Anfang des Bogens dieser

srüeke. 2 ) Dessen Bett besteht aus feinem Material. 3 ) In demselben stauen die

Hochgewässer des Inns 17 Fufs über den niedrigsten Wasserstand der Rott, das ist,bis zu dem Punct b F. 8. 4) Unterhalb der Brücke wird das Bett auf einmal 700'

breit,, und der Strom hat einen grofsen Bezirk Landes verschlungen. 5) Der hoheWasserstand des Inns, welcher 24' über den niedrigsten steht, setzte hier dem Baueiner Jochbrücke grofse Schwierigkeiten entgegen, weil die jochpfähle 28' über dasFlußbett hätten reichen müssen, Dieses mochte auch wohl die Ursache seyn , dafsman sich bis zum Jahr I80Q, bey der sehr wichtigen Passage, nur einer Fähre, die,bey der niedrigen Lage der Chaussee und der bedeutenden Strömung des Inns undder Rott, nicht mehr beym miltlern Wasserstande gebraucht werden konnte, bediente.Ja , es traf sich öfters im Jahre, dafs nach einem Gewitterregen ,, die Reisenden undFuhrleute, entweder mehrere Tage liegen bleiben, oder den weg über schärding undBraunau nehmen; folglich eine ganz ebene und bequeme Chaussee meiden mußten,wodurch nicht nur dem Königreiche Baiern und der Stadt Schärding zugleich , vielentgieng ; sondern, woraus auch ein Verlust der* Zoll - Einkünfte, den man in denneuesten Zeiten jährlich zu ÖOÖO fl. berechnet hat, entstand. Durch alle diese Mo-tive aufgefordert, kam es also darauf an: eine solche Brücke anzugeben, die l) denHochgewässern und Eisgängen des Inns widersteht; 2) deren Gebrauch , während dieIII. Band. 47-