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Seit hundert Jahren hatten hier die öfters zerstörten Pfahlbrücken 40000 fl.gekostet. Man hatte vormals l) die Joche, weil die Pfähle nicht in das reisenbetteingerammt werden konnten, in drey grofse Halbpfeiler, die aus mehrern mit Stei-nen gefüllten Schwellrosten bestanden, eingesetzt; folglich bedeutende Ausgaben ge-habt, die gegenwärtig bey der Construction eines Bogens wegfallen. 2) Hatten dieschiffe keinen Bergeplatz, während den die Brücke zerstörenden Eisgängen. Diesenerhält man jetzt hinter dem rechtseitigen Fahrdamm, wo eine grofse Anzahl vonschiffen und Nachen zum Ueberwintern Platz findet.
Diese Bogenbrücke Fig. I. und XI. habe ich aus einer oeffnung von 185 SchuhWeite gemacht, und ihn eine Breite von 28 Schuhen gegeben. Die Bogenhöhe betrug12 Schuh bey der Aufführung. Wie die Diagonalrippen der Brücke eingerichtet sind,zeigen Fig. II. III. und IV., so, dafs in Beziehung auf die Ettringer Brücke §. 114. eineWeitläufige Beschreibung unnöthig wird. Ich bemerke daher nur folgendes, l) Dieaus Fichten und Tannenhölzer bestehenden Curven sind 16 bis 18" stark. 2) DieDiagonalrippen ab , c b , d b und e b Fig. III. und BV stehen 3 § Fufs höher als dieSeitenrippen, um die Tragkraft der Brüche zu vermehren. Das längs der Hälfte dereinen Diagonalrippe genommene profil Fig. IV. macht dies nämlich anschaulich. 3)Haben beyde Widerlager hinten eine Mauer m Fig. HL von 12 Schuh dicke. Da dasBett des vilsflusses aus Felsen besteht, so konnten die Widerlager eines pfahlrostesentbehren, und nur das rechtseitige Widerlager hat einen aus sehr grofsen Nagelflue-steinen bestehenden Rost erhalten. Sie bestehen aus Mauern von Ziegeln, Nagelflue-steinen und vorne aus Granit. In der Mitte ist darunter, wo die W’iderlagkammer liegt,ein Bogen aus Ziegel, zur Ersparung einer grofsen Mauermasse gesprengt worden.Das Mauerwerk geht bis über die Bogenrippen hinauf, so dafs diese und die stütz-schwellen davon eingeschlossen sind. 4 ) Das rechtseitige Widerlager stöfst an denChausseedamm s Fig. IV. , dessen Seitenmauern von unten herauf bis n perpendicu-lar stehen, dann aber schräg laufen. Sie treten hinter der Schultermauer (/g f.iii.)des Widerlagers, bis zur Linie h i sechs Fufs zurück. Die Ansicht des linkseitigenWiderlagers ist in Fig. v. sichtbar, woraus hervorgeht, dafs die untern Steinlagen ozum Tneil in das felsigte Flufsbett eingelassen sind. ' 5 ) Der in der Mitte der Brückegenommene Queerschuitt Fig. VI. giebt die Art der Kuppelung oder des Schlusses derDiagonalrippen, die Anstofsung der windruthen k auf die Mittelschwellen, die Lageder beyderseitigen Curven ö und der verbindungsschwellen n zu erkennen. 6) Dielangen eisernen Schrauben haben eine Stärke von 1§, die mittlern von £ und diekürzesten' von einen Zoll. Sie wogen 4030 Pfund und kosteten 1410 Gulden. 7 )
Den W'erksatz Fig. VII, vili. IX. und x. habe ich nach einer sehr bequemen Construc-tion eingerichtet. Auf drey Gerüstschwellen a a a standen die Geriiststützen g‘g aufeinen Abstand von 16 Schuh, von denen drey Reihen auf jeder Seite mit Queerbän-