Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
404
JPEG-Download
 

404

wisse zu besiegen bat: da doch, in Hinsicht der natürlichen Schwierigkeiten, diegrofse Bauwerke in der Ausführung darhieien, als auch um der vortheile und desNationalruhms willen , seine Unternehmungen unterstützt werden sollten I

Ist die Brückenöffnung und Regulirung des Flusses hydrotechnisch, nach §. 7„,bestimmt worden : so mufs die Richtung der Brücke, wenn es nur immer möglich ist,einen rechten winke! mit dem Stromstrich bilden , um dem Angriff der Eismassenund des Stromes entzogen zu werden. (Siehe §. 7.) Zuweilen ist dies bey der Lageder Ortschaften und der Richtung der bestehenden Chausseen unausführbar, wie esder Fall bey der Freysingerbrücke war. Dann müssen aber die Umgebungen derBrückenjoche eine solche Lage erhalten, dafs sie den Strom vollkommen spalten, undso der Angriff der Eisgänge auf die joche selbst zerstreut wird.

§. 15Ö. Die Anfänge der sögen sollten, wo möglich, (s. die Note ** zum 7. $.),bis zur Oberfläche der Hochgewässer gehen, um sie dem Angriffe von diesen und denEismassen nicht blofs zu stellen, den Strom nicht aufzustauen, der Brücke aber einschönes Ansehen zu geben. Aeufserst selten kann jedoch diese Regel befolgt werden,weil die Chausseen und Gassen der Städte und Dörfer zu niedrig liegen, als dafs mannoch von dem höchsten Wasserstande ah, einen Bogen formiren könnte, ohne demBrückenwege nicht eine zu starke Steigung zu geben. Die Bestimmung des Anfangsder Bogen steht daher mit der Bogenhöhe, der Dicke des Bogens bey seinem Schlüsse,so wie mit der den Auffahrten zu gebenden Höhe in Beziehung. Für die gröfsteSteigung der Chausseen wollen wir 4 zoll auf die Klafter annehmen, und für denFall des Brückenwegs (von der Mitte der Brücke nach beyden Seiten gerechnet) einenZoll, ohne auf das setzen der Bögen Rücksicht zu nehmen. Schöner, bequemer^ undbesser ist jedoch eine horizontale Brückenbahn, a ) weil man über die Brücke, ihrerLänge nach, sieht, und ö) das Zugvieh sowohl als die Brücke dahey geschont wird;denn bey einer Steigung mufs dasselbe angetrieben werden, und das Ansprengen derFuhrwerke strebt, eine Schwingung der Brückentheile zu bewirken. Wo also diehohe Lage der Ufer oder der nahen Gassen, eine Steigung des Brückenwegs nichtnothwendig machen , nehme man die Oberfläche der Brücke horizontal an, nachdemzuvor das setzen der sögen in Rechnung gebracht, und in der Ausführung berück-sichtigt ist. Denn um dieses müssen die Schlufsbalken und die strafsenträger , vonder Mitte des ersten Bogens nach dem Ufer zu, abhängig liegen. Für dieses Setzenkann nach der Erfahrung (um mehr als sicher zu gehen) ein zoll auf die Klaf-ter der halben Bogenöffnung gerechnet werden: • denn es beträgt im Allgemeinenvier bis 10 Linien auf die Klafter der halben Weite eines Bogens. Je nachdem aberdie Höhe des Bogens zu seiner W'eite grofs ist, und die Rippen mehrere Curvenübereinander haben , auch viele Windruthen und spannstreben angebracht sind , wirddiese Senkung geringer. Das verhältnifs dieser Höhe zur weite des Bogens oder zuroeffnung hat auf das setzen einen wesentlichen Einflufs , und nach der Erfahrung