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bar tragende Bogen. Die Oeconomie dieser Construction spricht sich dadurch deut-lich aus, dafs sie, unter allen bisher ausgeführten und vorgeschlagenen Constructionen,die geringste Eisenmasse erfordert. Man kann nämlich leicht die Tragkraft einesBogens vermehren, wenn man die Masse seiner Theile verstärkt, auf diese Weiseauch die Bauwerke aller Art mit unnöthigen Kostenaufwande aufTiihren. Dieses Hülfs-mittels bedienen sich bey ihren werken die gewöhnlichen Baumeister; der kenntnifs«volle Ingenieur hingegen, setzt das gröfste Verdienst darin : mit der geringsten Kör-permasse, dauerhafte Und geschmackvolle Werke auszufiihren. Die folgende Darstel-lung wird es zeigen: ob diese meine construction, den oben aufgestellten Bedingun-gen entspricht, und ich werde mich bemühen, ihre Zweckmäfsigkeit, durch die Re-sultate , der im Grofsen über die Tragkraft des Eisens angesteliten versuche , zu be-gründen.
§. 169. Ich habe drey Brücken der Art entworfen: die eine Fig. 12. T. 126.,deren Bogen 120 Fufs Weite und 12 Fufs Bogenhöhe hat; die zweyte, aus einemBogen, von 30Ö Schuh oeffnung und 30 Schuh Hohe Fig. 1. und 2« Figur 1. zeigtnämlich den geometrischen Aufrifs dieser letztem Brücke, bis zum Widerlager, undFig. 2. ihren und längs dem Mittelbogen e Fig. 3. genommenen Durchschnitt; unddie dritte Brücke Tab. 133. war für die Isar bey München bestimmt. Alle drey Ent-würfe haben einige Verschiedenheit, aber in der Hauptsache kommen sie überein.
170. Der Brücke von 120 Sehuk Bogenweite gebe ich drey aus Rohrenbestehende Rippen b, c, d, Fig. 13. Tab. 126. Jede der zwey seiten - Röhren wird9 zoll im Durchmesser stark und ihr voller Band erhält 1 ■§■ Zoll zur Dicke, Diemittlere Röhren-Rippe c, welche man das Ruckgrad der Brücke nennen könnte, sollauch diesen Durchmesser erhalten, aber ihr voller Rand nur einen Zoll dick seyn *).Diese drey Rippen bringe ich mit Rohren in Verbindung, die auf 8 bis 10 schuh Abstand gelegt werden mögen. Ihr Durchmesser betrage 6 zoll, und ihr voller Randsechs Linien; die ich ihrer Bestimmung wegen Verbindung^- Rohren nenne. Bevorich die versuche über den Widerstand der eisernen Röhren gemacht batte, wollte ichdie Rohren der zwey seitenbögen zwölf zoll im Durchmesser stark machen, und dieDicke des Eisens oder des eisernen Randes bestimmte ich zu 1| Zoll, von dem mitt-lern Bogen aber zu einem zoll.
*) In der Thal scheint mir die Benennung Rückgrad dir Brücke für den Mittelbogen sehr passend zuseyn, und mir entsteht hierbey die Idee: dafs man die Bögen lileiner für englische Garten be-stimmten eisernen Brücken (der Merkwürdigkeit wegen) so von Gufseisen aus einzelnen Theilenzusammen setzen konnte, dafs sie den Wirbelbeinen vom Rückgrade des Menschen ähnlich ge-formt sind. Man würde dabey einige von dem sogenannten Fortsetzen der einzelnen WHbel-beine weglassen, Siehe Tab. 9. und 10. des Alhinischtn Werkes : Tabulae ossium humanorumTom. II. Wenn man für den Mittelbogen die Benennung Bogen - oder Brücken - Rückgrad»doptirt, so können auch die Verbindungsstücke Ripp«» genannt werden.