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§. 182. Bevor ich die Testigkeit dieser meiner construction näher erörtere,will ich die über den Widerstand des Eisens angestellten versuche mittheilen; im.Grofsen angestellt, sind sie nicht nur kostbar, sondern nehmen auch viel Zeit weg,ich konnte daher nicht viele anstellen. Indessen begründen die bewerkstelligten: dafsdie bey dieser Construction angeordneten Röhren die erforderliche Tragkraft ausüben.Der erste versuch wurde von mir am 3. Februar 1812 in Gegenwart vieler achtungs-werther Personen *), bey 5 Grad Reaumur unter Null, angestellt. Zu diesem ver-suche war ein den Glockenstühlen ähnliches Traggerüst gemacht worden. Die zuzerbrechende Rohre wurde über die zwey Abtheilungen des Gerüstes, auf ein Unter-lager von Eisen, gelegt. Um dieselbe war eine eiserne Kette, deren Glieder l| zolldick und im Innern l0 /y lang waren, dergestalt geschlungen, dafs sie die Röhre aufvier Punkten berührte, folglich dieselbe fast wie ein Hing umgab. Diese 53Ö Pfundschwere Kette ward über ein frey oberhalb den Erdboden gehaltenes rundes StückEichenholz geschlungen , worauf die aus eichenen Balken bestehende Waagschaaleruhte; diese aber wurde vor dem Versuche unterstützt, und mit soviel grofsen Werk-stücken belastet., als man dafür hielt, dafs dieselben das Brechen der Röhre nicht be-wirken würden. Jetzt wurde das Unterlager, worauf die Waagschaale ruhte, indemman, mittelst Zugwinden, dieselbe in die Hohe hob, weggeuommen. Auf dieseWaagschaale wurden so viele Werkstücke, eiserne Rohren und ein eiserner Ramm-klotz gebracht (ja man liefs auf alles dieses noch Zimmerleute treten) bis die Rohremit einer Belastung von SÖQ Zentner li pfund zerbrach. Die beym ersten Versuchegebrauchte Rohre war 5 Schuh 11 Zoll 6 Linien lang; ihr mittlerer äufserer Durch-messer betrug 1Ö Linien, die mittlere Dicke des vollen Randes 14 Linien, nämliehdaselbst, wo sie .zerbrochen ist; an beyden Enden betrug dieselbe 17 Linien, folg-lich ist die mittlere Dicke des vollen Randes 15 § Linien. Die nöhre selbst lag aufihren Anstofsscheiben, denn es war eine Wasserleitungsröhre, die an eine andere,vermittelst einer scheibe, wodurch vier Locher zu Schrauben gehen, angeschraubtwird. Der cubische Inhalt ihres vollen Randes wer 1,8Q5 Cubik-schuh ; das Gewicht538 rfund. Es mufs hier angemerkt werden, dafs sie aus keinem guten Gufseisen.bestand, und der uruch eine poröse Stelle traf, welche noch dazu in der unternHälfte der Bruchfläche statt fand, deren widerstand sich zum widerstand der obernHälfte in diesem Fall wie 3 t l verhalten hätte, wenn die Eisentheile der Bruchflächedurchaus von gleicher Beschaffenheit gewesen wären, Dafs diese nöhre von schlech-tem Gufseisen war, beweiset schon die geringe Schwere des Cubikschuh - Eisens; sowog z. b. der Cubik-schuh in einem eisernen Rammklötze 30Ö, in einem eisernenCylinder 322,95, und bey dieser aöhre nur 285 pfund.
*) Kach de* Schiffsbaumeisters Qutntin zu Sttttin in Pommern , 178 Q> ange»tellten Versuchen, zer-brach eine 18 " lange, 4 Linien dicke Kette, deren Glieder im Innern 8 Linien lang waren, beyeiner Spannung von 10160 Berliner Pfnnd.