Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Ist mm der pfeiler aufgefnhrt, so wird seine Umgebung abermals mit grofsertSteinblöcken bedeckt; und dieses geschieht noch jetzt, nach sieben Jahrhunderten, beyder Brücke von Saint-Esprit.

$♦ 382- Nach den rundirungen ist vorzüglich die Bestimmung der weiteoder oeffnung von den Brückenbögen wichtig, und ich nenne grofse sögen diejeni-gen, deren Weite mehr als achtzig Schuh beträgt, mittlere die vierzig bis achtzigschuh , und kleine sögen, die unter vierzig Schuh weit sind. Sie hängt von meh-rern Rücksichten ab: es fragt sich l) ob man die bedeutenden Kosten, welche diebeträchtlichen Fundirungen, so wie die grofsen Lehrgerüste erfordernden grofsen Bo-gen verursachen, anwenden will? 2) Ob der Strom reissend ist, hoch anschwellt,einen starken Eisgang und viel Treibholz oder langes Bauholz und Baumstämme führt,welches alles die Anlage weiter Bögen rathsam macht; 3 ) ob grofse Schiffe unter derBrücke durchfahren müssen; 4) die Ufer, Gebäude und Gassen, eine hohe Lage desBrückenweges zulassen; 5 ) ob die Brücke in der Nähe einer grofsen Stadt, wo dieVerschönerung weite Bögen in Anspruch nimmt, aufgeführt wird, und 6) ob man hin-reichend feste steine erhalten kann ? Werden diese Fragen bejahend beantwortet:so mufs der Ingenieur grofse sögen wählen, und ich würde ohne Bedenken bis zueiner weite von zweyhundert Schuh gehen, weil solche Bögen noch, ohne dafs dieLehrgerüste mit gemauerten pfeilern zu unterstützen genöthigt sind, ausgeführt wer-den können. Ihre Gewölbschenkel mache man oben hohl, um den Druck, welchensie, ihrer grofsen Masse wegen, auf den schwächsten Theil des Bogens ausüben, zuvermindern. Bis jetzt hat indessen die Brückenbaukunde keine gröfsere gewölbteBögen als zu lÖ7f- Fufs aufzuweisen, und diese weite hat die aus einem sogen ißFrankreich bestehende Brücke von vieille-nrioude über den Allier -Flufs.

383. Einige Leser werden sich wundern: dafs ich bey den obigen Fragennicht diejenige hinzugefügt habe: ob man zu den weiten Bögen auch hinreichendgrofse Werkstücke haben könne ? Ich glaube sie aber nicht thun zu dürfen, weiluns die Erfahrung beweifst: dafs man aus Ziegel grofse Bögen erbaut hat; so bestehtdaraus der über den Taaf-Flufs in England ausgeführte Bogen von hundert und vier-zig schuh weite. Auch die Brücken zu Toulouse und die von Guillottiere und Avignon über die Rhone sind, ausser den Kopfbögen, aus Ziegel gewölbt. Die Brücke vonCremera ist von den Römern daraus erbauet worden und hat beynahe zwey Jahrtausendeder Witterung Trotz geboten. Sind die Ziegel gut gebrannt, so gehen sie wederan Festigkeit noch Dauer den Werkstücken nach, welches die gewölbte Kuppel desPhantheons zu Rom , die Reste der alten Stadtmauern zu Babylon und nom , so wieeinige Egyptische Pyramiden, viele Gebäude des Alterthums, endlich die im X., XT.und xil. Jahrhundert erbauten Rirchen beweisen. Selbst in item wurden, wie vitruverwähnt, die aus Ziegel erbauten Gebäude den von Werkstücken gemachten, vor-gezogen. Solche Ziegelsteine aber, die dem Wetter ausgesetzt, verfrieren, sollte man

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