Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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diese zu lang gegen die Hohe wird, daher mehr gedruckt, als jene, erscheint. Umsich von dieser Behauptung durchs Anschauen zu überzeugen, bedecke man von derBrücke von Neuilly zwey sögen, oder man vergleiche die Brücken von Mühldorf Tab. 124. und die bey Augsburg Tab. ltO. mit der Brücke von oettingen Tab. 117-^ Wiewohl ein hundert siebenzig Schuh weite Bogen (Fig. 1. Tab. 133.) zu un-sern Flüssen hinreichend weit seyn werden, so können, beym Ueberwölben grofserThäler, solche Fälle eintreten, wo man gröfsere BÖgen anzuwenden hat, um den Ge-birgswässern einen freyen Abfluß" zu lassen, und wo man ihrer Wuth und den mit-geführten steinmassen keine Pfeiler entgegenzusetzen sieb getraut. Perronet hat daherin seinem „Memoire sur la rocherche des moyens que l’on pourroit employer, pourconstruire de grandes arches de pierre de deux cents, trois cents, jusqu’a cinq centspieds d’ouverture, qui seroient deslinees a franebir des profondes vallees, bordees darochers escarpe's. 17Q3 ” einen vollen Halbkreis von 500 Fiifs Weile vorgeschlagen.Zur Tragung des Lehrgerüstes sind vier, unten 20 — 22' dicke steinerne Pfeiler ge-wählt; in jedem Schenkel des Gewölbes machte Perronet drey Eiyptische 40 bis 70 schuh ,weite Oeffhungen, welche nothwendig gewesen wären, weil die Last vollkommen aus-gemauerter Gewölbschenkel, den sieben sclrnli hohen schkifsstein aufwärts hebenwürde, also dasjenige erfolgen müfste, was bey der Brücke über den Taaf in Eng-land geschah : nämlich der Einsturz des Gewölbes. Betrachtet inan indessen diesenrerronetschen Vorschlag näher: so wird von der Ausführung, die dazu erforderlicheSumme und die lange Bauzeit, abschrecken. Man wird daher in solchen Fällen ge-neigt seynj meine Oonstruction der hölzernen und eisernen BÖgen anzuwenden, undich beziehe mich auf den zur Erbauung einer Brücke von 600 Schuh und auf diezur eisernen Brücke von 30Ö Fufs Bogenweite, gemachten Vorschläge.

385. Bey Bestimmung der rreite eines Brücken-Bogens mufs noch dieWahl der Bogenlinie,, ob man nämlich Halbkreise, Elypsen, aus mebrern Mittelpunc-ten beschriebene Bogen ('Korbbögen) oder Kreisstücke anwenden will, und in Hinsichtder Bogenbölie mufs die hohe oder niedrige Lage der nahen Gebäude und Gassen beach-tet werden. Diese und die oben erwähnten Rücksichten wird der Ingenieur mit Ue-berlegung combiniren , bevor er sich zur Bestimmung der weite der Brückenbögenentschliefst.

Man kann die BÖgen gleichweit, den mittlern Bogen gröfser und die demUfer zunächst liegenden BÖgen kleiner machen, wie dies unter andern bey der Brü-cke von St. Esprit, Westminster und Blackfriars geschehen ist, oder man wird deneinen Endebogen, wie bey der Brücke zu Verona , gröfser als die übrigen machen.Die letztere Methode ist nur dadurch zu entschuldigen, dafs die Brücke in ein festesSchlofs führt, folglich die Briickenstrafse steigen mufs, um vom Geschütz bestrichenzu werden. Die zweyte Methode ist durch die niedrige Lage der nahen,Gebäude voll-kommen gerechtfertigt: denn nie wird eine Brücke, bey welcher die Weiten und Höhen