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Höcligewässer und auf die vorhandenen Profilweiten, in der Nähe der Brüche, Rück-sicht .nehmen. Man sieht übrigens auch hieraus: dafs der vollendete Brückenbau-meister in der rlufsbaukunde bewandert seyn mufs und dafs eine Abtheilung derWasserbaukunst mit den andern Abtheilungen in der genauesten Beziehung steht.
Bey der Bestimmung der Bogenweiten fragt es sich noch, wie gesagt: ob dieHochgewässer grofse Eismassen oder lange Baumstämme oder wohl gar Bäume mitihren Wurzeln, unter die Brücke durchführen ? In diesen Fällen sollten also die Bo-gen, selbst über kleine Flüsse, nicht enger denn fünfzig Schuh seyn, wenn gleichdie hydrotechnischen Rücksichten, diese Weite, da wo der Wildbach mit einem bo-gen überspannt werden kann, nicht durchaus nothwendig machen. Durch solcheOeffnung können nun die gröfsten Baumstämme durchgehen, vorzüglich, wenn mandenselben, von der Brücke aus, mit Stangen nachhilft, so dafs sie, der Länge nach, in /
den stromstrich zu liegen kommen. Auf diese Weise werden also hinreichend weiteStromprofile bey den kleinen Brücken entstehen, so dafs ober derselben eine Vermin-derung der Geschwindigkeit des Stromes nicht bewirkt wird, welche eine Folge vonden meisten Brücken ist. Bisher wurden nämlich die Flüsse mit sehr vielen klei-nen und mittlern Bogen überspannt, woraus, unterhalb der Brücke, Wirbel, Inselnund Sandbänke, oberhalb aber Aufstauungen des Stromes und der Eismassen, daherverderbliche Feberschwemmungen und für die Schifffahrt Cascaden unter der Brücke,entstanden. Man sehe übrigens Tab. 132 . den Grundrifs der Regensburger -Brücke,
WO solche Wirbel und Widerströme angegeben sind.
<$. 387. Auch die Stellung der Anfänge des sogens ist für den Brückenbausehr wichtig. Kann der Ingenieur, selbst bey Anwendung eines solchen Kreisstückes,dessen Hohe sich zur sehne wie 1 : 8 verhält *) und der Anzahl der BÖgen (wegender Lage der Aufffahrten) diese Anfänge nicht wie es seyn sollte, dem höchsten Was-ser gleich oder demselben nahe legen, so lasse man die gesammte, nach der obenangegebenen Methode gefundenen Weite zwischen den zwey Puncten, worin das Hoch-wasser die BÖgen berührt, statt finden; im Fall die Umgebungen der Pfeiler nichtso weit in die Flufsbahn hineingehen , als diese zwey vuncte, über dieselbe, sichnähern. Tritt der entgegengesetzte Umstand ein, dafs nämlich jene sich mehr alsdiese nähern : so nehme man die Weite der Stromsection zwischen den Umgebun-gen der rfeiler an. Bey allen BÖgen, deren Anfänge dem höchsten Wasserstandenicht gleich liegen, bringe man aber Ausschnitte an der untern Seite der stirnbögen( Kuhhörner ) an, weil dieselben den Durchgang des Treibholzes und Eises beför-dern, so wie das Abspringen der Gewölbsteine in den Stirnbögen, verhindern, in-dem sie dem Strom nicht scharfe Kanten darbieten; da wo die BÖgen über dem höch-
*) Ich setze nämlich fest: dafs man zu steinernen Brücken nicht flachere Kreisstücke wählen sollte,,als wobey sich die gröfste Ordinate oder Bögenhöhe zur Oeffnung wie 1 : g verhält. Die Gründezu dieser Bestimmung werden unten angeführt.
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