Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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sten Wasser gleich anheben, sind die Ausschnitte nicht anzuwenden, weil sie als-dann keinen reellen zweck haben. Indessen liegen bey wenig Brucken die Anfängeder sögen zwischen dem höchsten und niedrigsten Wasserstande; bey den meistenvielmehr diesem näher als jenem und nur bey einigen, dem erstem gleich; zu die-sen gehören fast allein die Eintrachtsbrücke zu Paris, die Brücke von Nemours , Mai-xence und die Brücke der Goldschmiede zu Florenz .

Der umstand; dafs zwischen dem schlufsstein und dem Hochgewässer ein zugeringer Raum, die Ursache zur Verstopfung des ßriicken-Bogens, durch Eisschollenund Bäumen mit ihren Wurzeln, werden kann, erheischt eine bestimmte Regel : überdie Lage der Anfänge und Hohe der Bogen. Ehe der Ingenieur diese Anfänge überden niedrigsten Wasserstand festsetzt, combinire er die Profilbreite des Flusses,die Lage der Auffahrten , die Anzahl der Bögen und ihre construction, folglich auchihre Hohe, und suche sie dem höchsten Wasserstande so nahe als möglich zu brin-gen. Hierdurch wird das Gewölbe den Beschädigungen entzogeü und dem Strom einungestörter Abflufs gestattet; fällt nämlich der Strom an einen Theil des Gewölbes an,So können die Kanten der Stirnbögen vom Eise und Treibholz abgestofsen werdenöder für die pfeiler schädliche Wirbel und eine von verderblichen Folgen begleiteteAnschwellung des »tromes oder wohl gar Eisstopfungen und Ueberschwemmungen ent-stehen. Nur wenn es, nach allen Combinationen, und selbst bey der Wahl einesflachen Kreisstückes, unmöglich ist; die Anfänge der Bögen, dem höchsten Wasser-stande gleich zu legen, entschliefse man sich zu ihrer Erniedrigung unter demselben.Alsdann sollte aber der leer bleibende Raum des Bogens, bey schiffbahren und gro-fsen Eis und Treibholz führenden Flüssen, niemals eine geringere Höhe (unter demschlufsstein) als fünf bis zehn Fuf9, je nachdem der ström von Wurzeln und Bäu-men oder sehr dicken Eisschollen frey bleibt oder deren viele empfängt, betragen,damit das Teibholz und die sich gewöhnlich auf einander schiebenden Eisschollendurch die BÖgen gehen können. Dieser naum beträgt bey der Brücke von Jena zuParis fünf Schuh; zu Neuilly sieben *); bey den Brücken zu Dresden, Moulins, Re-gensburg und mehrern andern sind die BÖgen vom Hochwasser ganz gefüllt, undselbst ihr Fahrweg ist davon überstiegen worden. Dies ist allerdings ein grofserFehler bey der Anlage, welcher entweder von den engen Bögen und den zu grofsen Pfei-lern , von einem zu hohen sturzbette oder von den zu grofsen Umgebungen der Brü-ckenpfeiler entsteht und den man hoffentlich in der Zukunft vermeiden wird ! EinigeSchriftsteller haben dem bey hohen wasserständen leer bleibenden Raum des Bogens*eine Höhe von sechs Schuh, andere z. B. Gauthey in seinem Traite des ponts p. 204 .

*) An den Brücken der Seine und Loire ist bey Hochgewässern ein unter dem Schlufsstein bleiben-der Raum von sechs Scbuh grofs genug, weil diese Flüsse nicht einen bedeutenden Eisgang führenund ihre Geschwindigkeit nicht beträchtlich ist, auch nicht ganze Baume mit ihren W urzeln fortrollen»welches alle Flüsse in Baiern (mit Ausnahme der Donau ) wahrend ihren Anschwellungen ihun.